Rettet das Huhn e.V. - Vermittlung "ausgedienter" Legehennen
Rettet das Huhn e.V.  - Vermittlung "ausgedienter" Legehennen

 

 

Rettet das Huhn – News 

September 2017

Erfolgreiche Rettung im September !

 

 

 

Rettet das Huhn e.V.

knackt die 50 000 !!

50 000 kleine Sterne.....

Am vergangenen Wochenende fuhren wir zum 13. Mal nachts um vier zu dem niedersächsischen Freilandbetrieb, von dem wir dreimal jährlich jeweils rund 830 ausgediente Legehennen übernehmen können.
Tausende funkelnder Sterne und ein gestochen scharfer Sichelmond am stockfinsteren klaren Nachthimmel über uns stimmten uns nachdenklich, ließen uns winzig erscheinen, uns winzig fühlen in unserer menschlichen Begrenztheit, ebenso wie unser unablässiges Tun uns oft so winzig und hilflos erscheint - 830 Hennen nun in dieser Nacht - 10 000 Hennen pro Jahr, die wir vor der Schlachtung bewahren können und für die unser 30köpfiges Team so viel Zeit und Energie aufbringt, im Gegenüber der 45 Millionen Legehennen allein in Deutschland, deren Weg jährlich ins Schlachthaus führt, für die es keine Rettung gibt.... Winzig unser Wirken, hilflos unser Bemühen im Angesicht der Masse an Konsumenten, die gedanken- und skrupellos der eigenen Bequemlichkeit, des kurzen Genusses und der mächtigen Gewohnheit wegen täglich Eier, Milch und Fleisch ausgebeuteter, misshandelter Tiere verzehrt....

 

 

Unter diesem überwältigenden Sternenzelt schlüpften wir in unsere Schutzkleidung,

brachten Boxen in Position

und dann ging es los.

Doch kaum hatten wir die ersten zarten, ausgemergelten Gestalten aus dem Stall getragen und vorsichtig in unsere Boxen gesetzt, war es, als veränderte sich das Sternenlicht. Nicht mehr fern und übermächtig erschien es, nicht mehr endlos und unerreichbar... Jedes kleine Hühnerleben, das wir hier in unseren Händen hielten, holte uns einen Stern nahe herbei, hielt uns vor Augen, das jedes Bemühen um jedes einzelne Leben Bedeutung und Macht hat und den größten Sinn, den eine Tat nur haben kann: die Rettung eines unschuldigen Lebens! Jedem einzelnen Huhn schenkten wir hier sein ganzes Leben, sein einziges Leben, sein Leben, an dem es mit ganzem Willen hängt - wie jeder von uns.

Und schon bald war die Nacht nicht mehr dunkel um uns:
50 000 helle Sterne leuchteten für uns - nicht mehr fern, sondern ganz nah und tröstend: Denn hier hielten wir sie in den Händen: Miss Fifty K! Unser 50 0000stes gerettetes Hühnchen! Eine sehr magere kleine Henne, mit blassem Kamm, nacktem Bauch und nackter Brust, nur noch spärlich an Rücken und Flügeln befiedert, zitternd und erschöpft. Sie bekam einen Pulli und einen Platz in einer unserer Pflegeboxen.

Dann ging es weiter, Box um Box wurde gefüllt mit diesen zarten weißen Hennen, von denen ein Großteil, trotz Freilandhaltung, noch niemals das Tageslicht gesehen hatte, noch niemals Sonne auf der geschundenen Haut gefühlt hatte, noch niemals im Sand gebadet hatte.

 

Einige weitere Pfleglinge mussten wir noch aussortieren, die zur tierärztlichen Behandlung und weiteren Pflege in unserer Obhut oder in speziellen Pflegestellen bleiben würden.

 

 

 

Einige mit Kloakenprolapsen vom Hochleistungslegen, einige wenige mit Wunden durch Kannibalismus, ein paar sehr Geschwächte, die den Transport in einer normalen Box nicht überstanden hätten und eine Henne, die durch ein enorm großes Schichtei und eine Bauchhöhlenentzündung bereits unfähig war, zu laufen.

Alle anderen konnten in die normalen Boxen gesetzt und auf die verschiedenen Transporter verladen werden. 837 Hennen, die wir in dieser Nacht vor ihrem Ende im Schlachthaus bewahren konnten. Kurz vor dem Morgengrauen waren wir fertig und als wäre das tröstende Funkeln der Sterne nun nicht mehr nötig, zogen ein paar erste Schönwetterwolken am Himmel auf und kündigten uns den Aufbruch an, den Aufbruch in den ersten Tag im neuen Leben dieser Hühner, dem ersten "echten" Tag in ihrem Hühnerleben, dem ersten Tag nach 500 Tagen, die keine waren, nach 500 Tagen in Gefangenschaft, Enge, Angst und Bedrängnis.

 

Im Morgenrot brachten wir sie nun den Menschen entgegen, die auch ihren Anteil an den 50000 geretteten Hühnern tragen: den Adoptanten.

Über 150 Menschen warteten an den neun Übergabeorten in Niedersachen, Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Berlin, um diese Hühner bei sich aufzunehmen, ihnen ein liebevolles Zuhause zu schenken, sie zu verwöhnen, ihnen alles zu zeigen und zu geben, was ein Hühnerleben lebenswert macht und was den Tieren bisher verwehrt geblieben war: Sonne auf der Haut, Erde unter den Füßen, frische Luft in der Lunge , Entdeckungen machen, in einer kleinen Gruppe von Artgenossen mit fester Rangordnung leben und sich sicher fühlen, ein geschütztes Nest, in das man sich zurück ziehen und in dem man ungestört verweilen darf, vertraute Menschen, die freundlich sprechen und sich liebevoll kümmern.

 

 

 

 

 

 

Im Namen von Fifty K und ihren 836 weißen Schwester aus der Septemberrettung möchten wir danke sagen an ALLE Menschen, die uns bisher unterstützt und es ermöglicht haben, dass für 50 000 Hennen der Weg aus der Massentierhaltung in ein behütetes echtes und lebenswertes Hühnerleben führen durfte!

Leider ist unseren Hühnern durch die qualvolle Überzüchtung keine lange Lebenszeit gegeben - all unsere Hühneradoptanten wissen, dass neben dem großen Glück, das diese Tiere uns durch ihre sprühende Lebensfreude und ihren vorwitzigen Charme schenken, auch immer der Abschied nicht allzu weit entfernt liegt. Und ein großer Teil unserer 50 000 funkelt heute als strahlende kleine Sternenschar auf uns herab!

Doch es ist nicht die Zeit entscheidend, ebenso wenig wie eine Zahl. Entscheidend ist, dass sie nach ihrer Rettung geliebt, glücklich und friedlich leben durften.

 

DANKE! Euer Team von​
Rettet das Huhn e.V.

August 2017

Hühnerrettung in Nrw

Während unser Team Süd Anfang August unterwegs war, um 350 Hennen aus einem bayrischen Betrieb zu übernehmen, machten sich auch Birgit, Melli und Katja in Nrw auf den Weg und retteten 170 Hennen eines Biolegebetriebs vor der Schlachtung. Relativ kurzfristig hatte sich der Betrieb bei uns gemeldet und gefragt, ob wir die ausgedienten Hennen übernehmen wollten. Obwohl die großen Rettungen im Herbst noch bevor stehen, konnten wir nicht Nein sagen und fanden im Handumdrehen schöne Plätze für die Hennen. 

Katja, Melli und Birgit fanden 210 Hennen in sehr gutem Zustand in einem Stall vor, der eigentlich für 550 Hennen zugelassen war. So war das Platzangebot für die Hühner also relativ gut.

Leider wollte der Betreiber 40 Hennen behalten, zur eigenen Weitervermittlung... Dass diese Plätze schlachtfrei sein werden, bezweifeln wir.... Aber leider konnten wir nichts tun und mussten sie dort lassen. 

170 Hennen aber wurden sicher und behutsam in die Transporter verladen und kamen wenig später wohlbehalten an den Übergabeorten an. Liebe, tierfreundliche Menschen erwarteten sie schon und brachten ihre neuen Familienmitglieder nach hause und ihr neues Leben!  

Herzlichen Dank an alle Adoptanten und natürlich an Melli, Birgit und Katja für ihren tollen Einsatz! Gemeinsam habt Ihr die Rettung dieser 170 lieben Hühnchen möglich gemacht !

August 2017 

Hühnerrettung in Bayern

 

Anfang August machte sich unser Bayern- und Badenwürttembergteam auf den Weg in einen bayrischen Freilandbetrieb, von dem wir erstmalig 350 Hennen übernehmen konnten. Aufgrund unserer noch anstehenden Mammutaufgabe im Dezember- der Vermittlung von 4500 Hennen in Bayern - hatten wir erst gezögert, dieser Rettung zuzusagen, als der Betrieb uns im Frühling kontaktierte. Im Angesicht der 350 weißen und braunen Hühnchen, die nun in sommerlichen Gärten in ihren neuen Heimen scharren, sandbaden und sich ihres geschenkten Lebens erfreuen, sind wir natürlich glücklich, dass wir zugesagt und es gewagt haben.

Ein dicker Wermutstropfen ist es, dass wir nicht den gesamten Bestand mitnehmen, sondern rund 100 Hennen zurücklassen mussten, die der Betreiber zur Schlachtung behalten wollte... Bittere Momente sind es, die wir glücklicherweise nur selten erleben müssen.

Für die 350 Geretteten verlief die Ausstallung schnell und so stressfrei wie möglich. An den Übergabeorten warteten alle Adoptanten bestens vorbereitet und freudig aufgeregt auf ihre neuen Tierchen.

Vielen Dank an dieser Stelle an alle Adoptanten und natürlich an unser Team im Süden, die alles so professionell und zuverlässig wie immer organisiert und durchgeführt haben. 

Nun bleibt uns noch der Aufruf für Dezember: 

BITTE meldet Euch bei uns, wenn Ihr Hühner aus unserer großen Rettung im Dezember aufnehmen könnt! 4500 werden es sein und wir wollen -so wie im vergangenen Jahr- alle retten !! Helft mit, damit wir nicht ein einziges dort zurück und somit der Schlachtung überlassen müssen! Es finden Transporte in fast alle Bundesländer statt. Bitte wendet Euch an Euren nächstgelegenen Ansprechpartner!

Juli 2017

Kleine Rettung in Nrw

Von einem kleineren Betrieb in Nrw, dessen Bestand wir regelmäßig übernehmen, konnte unsere Vera außerplanmäßig 28 Hennen abholen, da der Landwirt seinen Bestand verkleinern wollte. Wir freuen uns doppelt, da so zum einen 28 gefiederte Damen die Reise in ein gutes Zuhause schon vor Ablauf ihrer regulären Zeit im Betrieb antreten konnten. Für die zurück gebliebenen vergrößert sich nun zumindest der spärliche Platz, der ihnen dort gegeben wird. 

Die Hennen waren gerupft, aber wenigstens war keine von ihnen päppel- oder pflegebedürftig, wie Vera es sonst von den Übernahmen in diesem Betrieb kannte. 

 

Juli 2017

Zwei kleine Rettungen im Norden

Neben der Vermittlung für unsere Julirettung hat unsere Laura im Juli auch noch zwei kleinere Übernahmen organisiert und die Hühner an liebe

neue Besitzer vermittelt. Zwei private Hühnerhalter hatten sich an uns gewandt, da sie in einem Fall aus Altersgründen, im anderen aus Krankheitsgründen

ihre Hühner abgeben mussten. 

Laura fand rasch wunderbare Plätze für die Tiere und organisierte den Umzug der 5 Legehennen mit ihrem Hahn, sowie der kleinen Schar Reichshühner mit einigen Küken und zwei Hähnen ins neue Zuhause.

Wir freuen uns, wenn wir auch so helfen können und es für Menschen und Tiere ein happy End gibt.

Allein in den ersten 7 Monaten dieses Jahres haben wir 95 Hennen, 34 Hähne und 4 Küken aus privaten Notsituationen, Beschlagnahmungen oder Funden übernommen und vermittelt. Diese kleinen Rettungen laufen ganz nebenbei neben unserer eigentlichen Aufgabe und wir möchten Danke sagen an unsere wunderbaren engagierten Teammitglieder, die diese kleinen Dinge ohne viel Aufheben immer selbstständig und zuverlässig tun!  

Juli 2017 

827 Legehennen und 18 Hähne gerettet und in ein neues Leben gebracht!

Am vergangenen Wochenende waren wir bei bestem Hühnerrettungswetter zu unserer alljährlichen Juli-Ausstallung im niedersächsischen Freilandbetrieb. Neben unserem Bericht über den glücklichen Ablauf der Rettung möchten wir euch heute zeigen, was wir an Ausrüstung benötigen, um eine Ausstallung durchzuführen und alle Hennen während des Transports sicher und so gut wie möglich versorgt dem neuen Zuhause entgegen zu bringen. 

Geflügelbox mit Hanfeinlage

 

Früh morgens um 4 Uhr war unser Team vor Ort und bereitete flink und gut sortiert alles vor. 

82 Geflügelboxen legten wir mit kompostierbaren Hanfmatten aus.

So haben die Hennen guten Halt in den Boxen und als positiven Nebeneffekt absorbieren die Matten auch einiges an Flüssigkeit und Kot, so dass die Hennen sauberer an den Übergabeorten ankommen und sich das Reinigen der Boxen im Anschluss etwas angenehmer gestaltet.

Boxen vorbereitet in der frühmorgendlichen Dämmerung
In voller Schutzmontur geht es in den Stall

 

Für das Ausstallteam, das die Hennen aus dem Stall holt, ist Schutzkleidung nach Geflügelpestschutzverordnung natürlich Vorschrift.

Schutzanzug, Atemmaske, Stiefelüberzieher, Handschuhe wurden angezogen.

 

Außerdem Kopflampen mit Rotlicht, gerade genug, um wenigstens ein bisschen im stockfinsteren Stall sehen zu können, ohne die schlafenden Hennen unnötig aufzuschrecken.

Jeweils 10 Hennen kommen in eine Box

Jeweils zwei Hennen trugen die Helfer aus dem dunklen Stall, hinaus in die Morgendämmerung und in die Hände der Teammitglieder, die sie rasch in Hinblick auf eventuelle Blessuren oder Krankheiten ansahen und in den Boxen unterbrachten. 

Wie wir es aus diesem Stall kennen, waren die Hennen in verhältnismäßig gutem Zustand. 

Vital, mit weitgehend guter Befiederung, gesunden Füßen und ohne Kloakenprobleme. Einige wenige Pfleglinge mussten wir dennoch aussortieren. In erster Linie waren das sehr magere, schwache Hennen, denen wir den Transport in den 10er Boxen nicht zumuten wollten. Außerdem eine Henne mit einem extremen Kreuzschnabel und eine schwache Henne mit verletztem Auge.

 

Für diese Pfleglinge haben wir Einzelboxen bereit, in denen sie anschließend in ihre Pflegestellen fahren. 

 

 

 

Kreuzschnäbelchen "Juli" bleibt in unserer Obhut

 

 

„Leila“ fanden wir schwach und

 mit verletztem Auge vor.

 

Auch sie bleibt bei uns.  

"Juli" nach dem Korrekturschliff

 

 

In der Tierärztlichen Hochschule in Hannover wurde Julis Schnabel am Montag bereits ein wenig beschliffen. 

 

Durch einen Bruch muss der Schnabel stark verletzt und dann völlig krumm verheilt sein. 

Leider kann von dem langen Unterschnabel nichts weggenommen werden, da er bis nach vorne durchblutet ist.

 

 

„Leila“ muss eine tiefe Verletzung des Auges und des unteren Lids widerfahren sein.

Auch sie haben wir natürlich gleich am Montag tierärztlich behandeln lassen. Es hat sich bereits Narbengewebe gebildet. Mit Augensalbe, Antibiotikum und Schmerzmittel soll nun versucht werden, ob sich die Vernarbung weiter vollziehen kann, so dass sie in Zukunft mit dem lädierten Auge schmerzfrei und ohne Entzündung weiter leben kann. 

 

 

 

Schließlich fanden wir noch ein kleines Hühnchen, das nicht in der Lage war

zu stehen.

Petra heilt

 

 

Glücklicherweise haben wir eine Physiotherapeutin im Helferteam, unsere liebe Petra, die mit ein paar Handgriffen eine Kniegelenksluxuation diagnostizierte und wieder in Ordnung bringen konnte.

 

 

Fly free, kleine Maus

Für ein Hühnchen kamen wir zu spät. Wir konnten sie nur noch tot aus dem Stall nehmen Es macht uns so traurig, wenn ein Tier kurz vor seiner Befreiung und seiner Fahrt in ein endlich hühnergerechtes, glückliches Leben sttirbt, so kurz davor... Zurücklassen wollten wir sie nicht. Janina nahm sie mit auf den Transport nach Hamburg, wo sei ein GRab bekommen hat. Wie ein geliebtes Tier. 

 

 

Die anderen Hennen aber lebten

und an sie galt es nun zu denken. 

 

Um 6 Uhr morgens war der große Moment gekommen!

Der Stall war leer !

Unser RdH Mobil

 

 

Die Boxen wurden auf unsere Transportfahrzeuge für die Transporte nach Kiel, Hamburg, Bremen, Wolfsburg, Helmstedt, 

Erfurt, ​Northeim und Berlin verteilt und natürlich ausreichend mit Spanngurten gesichert. 

Die "erste Klasse" im RdH Mobil

 

 

Im RdH Mobil haben wir außerdem die Möglichkeit, bei weiten Transporten

60 Hennen in der „ersten Klasse“ unterzubringen.

Auf einem extra angefertigtem Regal befinden sich 10 Kleintierkäfige, in denen die Hennen mit Futter und Wasser versorgt transportiert werden können.

Julia und Kristina: "Hab keine Angst."

Am Ende der Ausstallung Erleichterung und ein paar kurze Momente zum Durchschnaufe​n und Hühnerkuscheln​. 

Es ist berührend, wie zutraulich sie sind, wie schnell sie auf liebevolle Zuwendung reagieren und vom ersten Moment der Angst umschalten können auf Vertrauen. Hühner, die bisher nur als große unüberschaubare Herde Kontakt zu „ihrem“ Landwirt hatten, niemals also von einem Menschen berührt oder gehalten wurden, liegen wenige Minuten, nachdem wir sie aus dem Stall geholt haben, ruhig in unseren Armen, genießen Berührung und leise Zusprache. Sie haben empfindsamste Sinne und fühlen sehr genau, ob man ihnen Böses oder Gutes will. Es sind feinfühlende Wesen, und umso mehr schmerzt der Gedanke daran, dass sie millliardenfach vom Menschen gequält, ausgebeutet und brutal getötet werden. In jeder Sekunde, die auf unserem Planeten vergeht.

Für unsere 827 Hennen des heutigen Morgens begann nun ihre Reise ins neue Leben. 

An den Übergabeorten wurden sie aufgeregt und freudig erwartet, von den vielen lieben Menschen, die die Rettung überhaupt erst möglich machen, die nämlich genau diesen ehemaligen, missachteten und rechtlosen „Nutz“tieren ein Zuhause schenken wollen! 

Liebevoll vorbereitete Ställe und wunderschöne Ausläufe, Gärten und Wiesen erwarteten unsere Hennen! Von nun an dürfen sie Tiere sein, Haustiere, geliebte Tiere, Tiere, die ein Recht auf Freiheit, Wohlergehen und Fürsorge haben. Und auf ein Leben gemäß ihrer Natur. So wie es jedes Tier auf unserer Erde haben sollte. Es gibt keine Nutztiere. Ein lebendes, fühlendes Wesen zu einem NUTZtier für den Menschen zu degradieren, es zu benutzen, auszunutzen, und sein Leben wegzuwerfen, sobald der höchstmögliche Nutzen nicht mehr erbracht wird, seine Lebensbedingungen auf den höchstmöglichen Gewinn für den Menschen auszurichten und ihm dabei die elementarsten Lebensbedürfnisse seiner Natur zu widersagen, ist grausam. Und böse.

 

Großer Dank an dieser Stelle an die guten Menschen, die für unsere 827 Julihennen die Sonne aufgehen ließen. 

Dank im Namen dieser 827 Tiere, die so dem grausamen System der Tierausbeutung lebend entkommen konnten.

 

 

Erste Schritte ins neue Zuhause

 

 

 

 

Das erste Sonnenbad.

Friedlich und in Freiheit.

Die Hähne reisen exklusiv in unseren Gockeltaxen auf den Transporten mit ins neue Leben

 

 

Freude war es uns auch, dass wir im Zuge unserer Hennenvermittlung 18 Plätze für Hähne fanden!

5 Hähne aus dem Hamburger Tierheim,

1 Hahn aus dem Bremer Tierheim,

2 Hähne aus der Freilandhaltung und

10 Hähne aus privaten Notsituationen oder direkter Schlachtbedrohung konnten so auch neue wunderbare Lebensplätze finden!

 

 

 

 

Unsere Taxiflotte....

 

 

 

 

 

Hahn Louis mit zwei unserer Hennen im neuen Zuhause

Nach den schönen Momenten der Übergaben an die lieben neuen Hühnereltern wartete wie immer noch etwas Arbeit auf unser Team. Die Transporter und Geflügelboxen müssen hochdruck-gereinigt, anschließend getrocknet, desinfiziert und wieder eingelagert werden... Still und erwartungsfroh schlummernd bis zur nächsten Hühnerrettung....

Und große Rettungen stehen uns in diesem Jahr noch bevor! 

Im September warten wieder 820 Freilandhennen in Norddeutschland auf ihre Rettung, im November 1600 Bodenhaltungshennen in NRW​ und im Dezember erneut unsere Mammutaufgabe - die Rettung der 4500 Hennen in Bayern.

Für all diese Tiere benötigen wir dringend Eure Hilfe! 

Bitte meldet Euch bei dem Euch nächstgelegenen Ansprechpartner, wenn Ihr auch nur zwei dieser Hühner bei Euch ein Zuhause schenken könnt!

 

Tausend Dank natürlich wie immer auch ans Beste Team der Welt!

Leila und Juli in Freiheit

 

 

 

Tausend Dank natürlich

wie immer auch an das

Beste Team der Welt !

 

Mai 2017

Große und kleine Rettung in NRW und Hamburg : 1483 Hennen aus Bodenhaltung, 58 Hennen aus Biohaltung und 11 Hähne gerettet !

 

Am vergangenen Samstag war wieder einmal großer Rettungstag in Nordrhein-Westfalen! Erlösungstag, Aufatmungstag, Endtag, Begegnungstag, Erkenntnistag, Anfangstag, Sonnentag...

Beinahe nebenbei und ohne große Hektik verlief unsere Vermittlungsarbeit im Vorfeld. Fast überall war endlich die furchtbare Stallpflicht vorbei, der Rettungstermin lag bei angenehmen Temperaturen im Mai, Ort der Rettung war Nrw-also recht zentral, so dass viele Vermittler beteiligt werden konnten. So stieg unsere Vermittlungszahl stetig an und schon einige Wochen vor dem Termin hatten wir alle Hühner vorvermittelt und noch viele offene Platzangebote. Daher strichen wir die Transporte an die am entferntesten Übergabeorte (Hamburg und Nürnberg) und einen kleineren Transport nach Rheinland-Pfalz, vertrösteten diese Adoptanten auf eine der folgenden Rettungen und vermittelten die Hühner an die noch offenen Anfragen aus NRW. 

 

Vielen Dank an dieser Stelle für das Verständnis der Menschen, die somit im Interesse der Hühner vertröstet wurden. Die Transporte sind gerade für die sehr schwachen Bodenhaltunsghennen stressig und wenn es möglich ist, vermeiden wir daher die weiten Wege.

Glückliche Fügung, dass sich – wenige Tage nach unserer Entscheidung, den Hamburg-Transport zu streichen- ein Biohof aus Hamburg bei uns meldete und anfragte, ob wir kurzfristig 59 Legehennen und 2 Hähne übernehmen könnten. Ja! Konnten wir! Und so bekamen die Menschen aus Hamburg also doch schon im Mai ihre Hühnchen. 61 weitere Leben, die nicht sinnnlos nach 1,5 Jahren Ausbeutung für den Eierkonsum ausgelöscht wurden, sondern leben dürfen ! 

Die Ausstallung in Nrw lief –wie schon die Vorvermittlung- ohne große Komplikationen.

Wir fanden die Hennen in schwachem, sehr mitge-nommenem Zustand – so traurig, wie wir es aus dieser Hal-tunsgform ja schon seit Jahren kennen. 5 tote Hennen im Stall, für die wir zu spät kamen, 12 sehr Pflegebedürftige, die wir in spezielle Pflegestellen geben mussten. Eine Henne mit Oberschenkelbruch, eine mit verkapselter Entzündung im Gelenk, ein Hühnchen mit Schiefkopf, einige mit entzündeten Kloakenprolapsen, Legedarmentzündung, Ballenabszessen und eine arme Henne mit extremer Atemnot, die trotz tierärztlicher Behandlung nur noch erlöst werden konnte. Erlösungstag.

Die übrigen 1471 Hennen waren teilweise kaum noch befiedert, sehr schwach, verstört, blass. Doch für sie war heute Rettungstag! So stressarm wie möglich holten wir sie aus ihren Gitterkäfigen, in denen sie in zwei Geschossen über der Bodenfläche auf Gitterrosten und Metallstangen leben mussten. 9 Hennen pro Quadratmeter in jedem Geschoss. Das bedeutet 27 Hennen pro Quadratmeter Bodenfläche. Ohne Tageslicht, in stickiger, beißender Luft, ohne jede Aussicht, ohne Beschäftigung, in unerträglicher unvorstellbarer Enge. 12 Monate lang, die nun zu Ende waren. Endtag. 

Ein weißes Huhn fand Trost in den Armen von Helferin Janea, blieb dort lange Zeit liegen und genoss die ersten Sonnenstrahlen auf seiner Haut.

 

Vorsichtig wurde Huhn um Huhn aus dem Stall getragen, in

unsere Boxen gesetzt, und in die Transporter geladen. Schon hier konnten sie etwas spüren, trotz Stress und Angst – sanfte Hände, beruhigende Worte, weiche Hanfmatte unter den geschundenen Füßen, frische Luft in der Lunge, Sonne auf der Haut. Rettungstag.

Nach drei Stunden war die Ausstallung geschafft. Alle Pfleglinge erstversorgt, alle Boxen verladen, alles richtig gerechnet, alle Vermittler auf dem Weg zu ihren Übergabepunkten. Aufatmungstag.

 

An den Übergabeorten in Nrw, Bremen, Hessen, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg warteten bereits viele aufgeregte Menschen, um ihre Hühnchen entgegen zu nehmen und ins liebevoll vorbereitete, meist wunderschön eingerichtete neue Zuhause zu bringen. 

Übergabeort in Mönchengladbach-Warten auf die Ankunft des Transports

 

277 Menschen, die sich bewusst für die Aufnahme dieser Tiere entschieden hatten. Für Tiere, deren grausame Ausbeutung und anschließende Vernichtung in unserer Gesellschaft ohne Gewissensbisse und mit größter Selbstverständlichkeit akzeptiert und durch den Kauf von Eiern oder Eiprodukten aktiv von den Verbrauchern in Auftrag gegeben wird. Für Tiere, die normalerweise ihr Gefängnis nach 12 Monaten nur für den brutalen Abtransport in den Geflügelschlachthof verlassen, um zu Tierfutter verarbeitet zu werden. 

Für Tiere, die die Gesellschaft normalerweise niemals zu Gesicht bekommen würde, deren Leben von der Brüterei über den Legebetrieb bis hin zum Schlachthof anonym und nur als Massenangabe in Millionenstückzahl oder Tonnenangabe benannt und zur Kenntnis genommen wird. Für Tiere, die noch an keinem einzigen Tag ihres Lebens ihre arteigenen Bedürfnisse ausleben und sich wohl und sicher fühlen durften. 

Diesen Tieren begegneten nun diese lieben Menschen, und nahmen zwei, drei fünf, acht solcher Individuen in ihre Arme, setzten sie behutsam in ihre Transportkörbe, gaben ihnen Namen, trösteten und beruhigten sie  und nahmen sie in ihr eigenes Leben auf. Begegnungstag. So einige Tränen fließen bei diesen ersten Begegnungen. Ausgelöst durch den Anblick ihrer ausgemergelten, kahlen Körper, ihrer verstörten Blicke. Der Anblick dieser Wesen macht alles deutlich, schlägt einem immer wieder wie ein Hammer vor den Kopf: Welches Verbrechen es ist, das der Mensch gesetzeskonform und gesellschaftlich akzeptiert den Tieren antut! Erkenntnistag.

Für diese 1482 Hennen (abzüglich der kleinen erlösten May) beginnt nun

ein neues Leben.

Sie lernen Frieden kennen, Wind und Sonne, ein weiches geschütztes Nest, ein Leben in einer kleinen Gruppe ihrer befreundeten Artgenossen, Scharren in der Erde, etwas erkunden, etwas finden, friedlich in der Sonne liegen, im Staub baden und ruhen, frisches Gras picken,

warme Erde unter den Füßen spüren, liebe Menschen kennenlernen,

Fürsorge spüren, Wohlwollen und Zuneigung. Anfangstag

Wenige Tage nach der Rettung - Sonne, Ruhe, Freiheit

 

Und während ich hier sitze und diesen Bericht schreibe, schaue ich auf die Hühner in meinem Garten, alles ehemalige Pfleglinge aus den Rettungen der vergangenen Monate und  Jahre, einige sonnenbadend auf den warmen Steinen auf der Terasse, einige auf Entdeckungstour unter den Rosenbüschen, Silver gedankenverloren sich putzend im Schatten unter der Buche.... Sie haben vergessen woher sie kamen und was hinter ihnen liegt. Sie leben jeden Tag nur noch im Jetzt. Das ist gut. Sonnentag

Unser Dank – wie immer – an die vielen lieben Menschen, die unseren Hühnern ein Zuhause schenken, und die bereit sind, gerade solche Tiere bei sich aufzunehmen und somit helfen, sie ans Licht und in die Gesellschaft zu bringen. Nicht nur die Rettung ihrer Leben ist wichtig – auch die Sichtbarmachung der Verbrechen, die ihnen angetan werden. Und nichts kann das den Menschen so deutlich machen wie der Anblick dieser geretteten Tiere.

 

Dank auch – wie immer – an das beste Team der Welt – und natürlich auch an alle Helfer, die uns an Rettungstagen so treu unterstützen!

Gerettete Hühner

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Letzte Änderung:

Freitag, 13.10.2017

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