Rettet das Huhn e.V. - Vermittlung "ausgedienter" Legehennen
Rettet das Huhn e.V.  - Vermittlung "ausgedienter" Legehennen

 

 

Transport- und Schlachtbedingungen

Folgende wichtige Informationen wurden uns von "Eyes on animals" zur Verfügung gestellt.

Eyes on Animals (EoA) ist ein niederländischer Verein, der hauptsächlich im Bereich Tiertransporte arbeitet und sich momentan schwerpunktmäßig dem Thema Geflügeltransporte widmet.

 

Im Juli 2015 begleiteten einige Mitglieder der EoA unsere Ausstallung von 800 Legehennen in einem niedersächsischen Freilandbetrieb und filmten dort unsere Methode des stressarmen, achtsamen Fangens und Verladens der Hennen, im folgenden als „schwedische Methode“ bezeichnet. Diese Aufnahmen verwendeten sie zur Erstellung eines Aufklärungsfilm, mit dessen Hilfe sie nun in den Niederlanden erste Schulungen für Hühnerfänger durchführen und politisch die „schwedische Methode“ als Voraussetzung zur Zertifizierung für Freiland- und Biobetriebe durchzusetzen versuchen.

Der kurze Film zeigt sehr eindrucksvoll den eklatanten Unterschied zwischen der konventionellen brutalen Methode und unsere Methode,  bei der kein Huhn verletzt wird und der Stresslevel so niedrig wie möglich gehalten wird.

Hier könnt Ihr ihn anschauen:

 

https://www.youtube.com/watch?v=TTsqqzVJHbw

 

 

Die Begleittexte zu den Themen Geflügeltransporte, Geflügelschlachtung und Betäubungsmethoden der Eyes on animals haben wir Euch übersetzt und dürfen sie ebenso wir die Fotos mit freundlicher Genehmigung hier veröffentlichen:

 

Ausstallung und Verladung

In der Geflügelindustrie werden Hundertausende Tiere in den Betrieben eingefangen, in Transportkisten „gestopft“, auf LKW´s verladen und zum Schlachthof verbracht und das jeden Tag. Dies geschieht in der Regel, bzw. nach unseren Beobachtungen, besonders grob, rabiat und ohne jegliche Vorsicht. Von allen Geflügeltieren ist es die Legehenne, die besonders brutal und rücksichtslos behandelt wird. Sie hat so gut wie keinen wirtschaftlichen Nutzen mehr, ist durch die ständige Eierproduktion völlig erschöpft und ausgelaugt. Ihre Knochen sind meistens besonders instabil und porös, da fast alle Kalziumreserven aufgebraucht sind. Mit seinen Einsätzen versucht EoA auf die Situation der Hennen aufmerksam zu machen und das Leiden dieser Hennen zu verringern.

 

EoA in den Medien

Unsere Dokumentationen und unser Filmmaterial von Legehennen, die auf gröbste Art und Weise in niederländischen Betrieben verladen und nach Nord-Polen transportiert wurden, war erst kürzlich in den Medien. Das Radioprogramm Vroege Vogel, die Tageszeitungen AD und Metro berichteten über unsere Arbeit. Auf unserem Bildmaterial sind Hennen zu sehen, die kopfüber an ihren Beinen gegriffen, jeweils 4 pro Hand, und dann rabiat durch die relativ kleine Öffnung in die überfüllten Boxen gestopft werden. Diese Prozedur überstehen nur wenige Hennen ohne Verletzungen. Wir konnten beobachten, dass das Blut aus den Boxen läuft und dass es vielen Hennen aufgrund von Verletzungen und Enge nicht möglich war, die Tränkenippel in den Boxen zu erreichen. 

Durch unsere Kooperation mit der Dierenbescherming und unsere Hartnäckigkeit haben wir erreicht, dass dieses Thema nun auch von der Politik wahrgenommen und diskutiert wird und man sich über strengere Regeln und Kontrollen Gedanken machen will.

 

EoA startet Trainingskurs für Hühnerfänger

Das wohl erste Tierschutz-Training für Hühnerfänger mit dem Ziel alternative und humanere Fangmethoden zu verbreiten. Im Mai startet das erste Training und EoA wird über 30 Mitarbeiter der größten niederländischen Firma schulen. In diesem Training werden sie die schwedische Fangmethode kennenlernen, bei der nur 2 Hennen gegriffen und aufrecht in Boxen gesetzt werden. (Zur Zeit werden alle Hennen nach einer Methode verladen: so viele Hennen wie möglich an den Beinen kopfüber gepackt in jeder Hand und dann auch kopfüber in die Box) Unser Ziel ist es, dass alle Betreiber, die Bio- oder Freilandeier vermarkten, ihre Hennen in Zukunft mit dieser Methode einfangen und verladen lassen müssen. Und das somit eine weitere Voraussetzung für eine entsprechende Kennzeichnung geschaffen wird.

Verhandlungen und Gespräche diesbezüglich werden von uns gerade eingeleitet und geführt.

Zugang zum Geflügel während des Transportes

Seit Jahren schon hat EoA Druck auf die Transportfirmen ausgeübt und immer wieder auf das Problem der unzulänglichen Transportboxen aufmerksam gemacht und die Entwicklung von Boxen mit einem seitlichen Zugang gefordert. Nur Boxen mit einem seitlichen Zugang können gewährleisten, dass eingeklemmte, verletzte, kranke und leidende Tiere erreicht werden können. Bisher sind einmal verladene Tiere nicht mehr zu erreichen wenn die Boxen erstmal auf dem LKW gestapelt wurden. Kranke verletzte oder eingeklemmte Tiere sind dann gefangen und müssen stundenlang leiden bis der Transport sein Ziel erreicht hat. Es gibt keine Möglichkeit ihnen zu helfen, sie zu befreien bzw. sie zu erlösen etc.

Laut Tierschutztransportverordnung sollte der Zugang zu den Tieren eigentlich gewährleistet sein, aber dies wurde niemals in die Praxis umgesetzt, zumindest nicht bei Geflügel.

EoA hat dieses Thema hartnäckig verfolgt! Bereits im letzten Jahr haben wir eine Firma gefunden, die Boxen mit seitlichen Zugangstüren herstellen. Und jetzt stellt auch die Firma Meyn, eine der größten Hersteller im Bereich Tiertransporte/Schlachtung Boxen her, die über einen seitlichen Zugang verfügen. Die Behälter der Firma Meyn werden täglich weltweit eingesetzt um Hunderttausende Vögel zu transportieren. Unsere Bemühungen zeigen somit Wirkung und lassen auf Verbesserung hoffen.

Tierschutzrelevante Entwicklungen in deutschen Geflügelschlachthöfen

Im Winter hat EoA einen deutschen Geflügelschlachthof  kontrolliert. Puten und Legehennen wurden hier geschlachtet, indem sie kopfüber mit den Beinen in die Schlachtbügel gehängt werden, Über ein Laufband werden sie dann weiter zum elektronischem Wasserbad transportiert, wo ihre Köpfe hineingetaucht werden um die Bewusstlosigkeit herbei zu führen. 

Wir konnten jedoch diverse Probleme beobachten: Viele Vögel erfuhren bereits im Vorfeld schmerzhafte Elektroschocks, sogenannte Pre Schocks, da ihre Flügel das Wasserbad berührten. Die Aufhängung der Tiere ist schon eine schmerzhafte panikauslösende Situation, was besonders auch für die schweren Puten besonderes Leid bedeutet. Im Zuge dessen konnten wir beobachten, dass einige Tiere nicht richtig betäubt wurden.

Glücklicherweise waren die Verantwortlichen des Betriebes ebenfalls unzufrieden mit dieser Situation und offen für unsere Vorschläge. Aufgrund unserer Beratung wird nun ein Gerät installiert welches Brust und Kopf unterstützt, und die Beine somit entlastet werden. Das Gerät ist so ausgerichtet, dass die Tiere wirklich mit dem Kopf im Wasserbad eingetaucht werden um Fehlbetäubungen und somit die Schlachtung bei vollem Bewusstsein zu vermeiden. Pre- Schocks sowie Panik und Schmerz durch die Kopfüberaufhängung werden reduziert.

Auf lange Sicht empfehlen wir jedoch die Verwendung des elektronischen Wasserbades abzuschaffen und durch humanere Methoden zu ersetzen. Solange die Nachfrage nach Geflügelfleisch so hoch ist werden wir mit unserer Arbeit fortfahren um wenigstens das Leiden der Tiere so gut es geht zu reduzieren.  

Humanere Betäubungsmethoden von Geflügel

Kürzlich konnten wir eine niederländische Geflügelschlachterei überprüfen, welche ein Betäubungssystem der Firma Meyn benutzt. Dieses System verwendet eine geringe Konzentration von CO2-Gas, während sich die Vögel noch in den Transportbehältern befinden.

Folglich werden Stress und Leid enorm reduziert, da sie nicht aus den Boxen gegriffen und kopfüber aufgehängt werden müssen.

Leider leidet jedoch auch Geflügel, wie auch Schweine, unter Stress wenn sie C02 einatmen, da es aversiv ist. Jedoch ist der Stress für die Vögel deutlich niedriger als für Schweine, da die Co2 Konzentration geringer ist. Wir konnten Vögel in der Betäubungskammer beobachten und stellten fest dass ihre Stressreaktionen deutlich geringer waren als es bei Schweinen der Fall ist. Die Meyn Betäubung ist zumindest die humanste Methode die wir bisher beobachten konnten. Unser Plan ist es nun weitere Schlachthöfe davon zu überzeugen, die unzulängliche Betäubung im Wasserbad schnellstmöglich abzuschaffen und durch dieses System zu ersetzen. Weiterhin werden wir daran arbeiten, die Industrie zu überzeugen dass in Zukunft nicht aversive Gase wie beispielsweise Nitrogen oder Argon benutzt werden.

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19.05.2017

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