Rettet das Huhn e.V. - Vermittlung "ausgedienter" Legehennen
Rettet das Huhn e.V.  - Vermittlung "ausgedienter" Legehennen

 

 

Teamtagebuch 

Hier stellen wir Euch kleine, schöne RdH-Geschichten vor, die oftmals unsere Herzen erwärmen.

Geschichten und Berichte, die uns Hühneradoptanten von ihren Hühnern schicken, Berichte, die wir Rdhler selbst mit unseren Hühnern oder bei unserer Arbeit erleben,  auch Berichte über kleine Notfall-Rettungen "zwischendurch", zu denen wir oft gerufen werden....

 

Viel Freude beim Lesen !

März 2017

Unsere Moppelgruppe

 

Vor einigen Wochen erreichte uns ein Notruf aus dem Tierheim Düsseldorf.

Ein einzelnes weißes Fundhuhn brauchte dringend ein neues Zuhause in Hühnergesellschaft. Unsere Sandra fuhr ins Tierheim und schon bei der ersten Begegnung mit „Henriette“ war ihr klar: Das war keine Legehenne- das war ein liebes, armes, moppeliges Masthuhn.

Liegt die Qualzucht bei unseren Legehennen in der extremen Legetätigkeit, die diese Tiere in ihrem kurzen Leben bis auf die letzten Reserven auszehrt und beinahe unvermeidlich zu Legedarmkomplikationen, Entzündungen und Zysten führt, so liegt die qualhafte Überzüchtung der Masthühner in ihrem exorbitanten Muskelwachstum, insbesondere der Brust und des Schenkels. Die Körpermassen der Tiere wachsen schneller, als es ihr Skelett verkraften und auffangen könnte, und nach 30 Lebenstagen haben diese Tiere - ihr „Zielgewicht“ von rund 1,7 kg erreicht und werden geschlachtet, um als „Hähnchen“ im Ganzen oder zerteilt und verpackt vermarktet zu werden. Die sogenannten Broiler leben 10 Tage länger, werden mit 40 Tagen – dann fast bewegungsunfähig- mit einem Gewicht von 2kg geschlachtet, und die Masthühner der Langmast bringen nach 50-60 Tagen ein Schlachtgewicht von fast 3kg auf die Waage.

30 traurige Tage dauert also das Leben eines gewöhnlichen Masthühnchens....

Wenn man bedenkt, dass ein Küken normalerweise 4-6 Wochen unter den beschützenden Fittichen und im nahen Umfeld seiner Mutter bleibt und erst mit 6 Wochen sein erstes Gefieder fertig ausgebildet hat, wird deutlich, dass es sich bei „Hähnchen“ und „Broilern“ um nichts anderes als KÜKEN handelt, deren monströs überzüchtete Muskelmasse auf den Grills und Tellern der Menschen landet....

Wie Henriette diesem Schicksal entkam, wissen wir nicht. Als Sandra sie aus dem Tierheim abholte, war sie jedenfalls schon ein erwachsenes Huhn, deutlich über dem „Schlachtalter“ und wog bereits  4,3 kg !

Vom Wesen her hätten wir sie in eine Legehennengruppe vermitteln können. Von ihrer Körperlichkeit her aber nicht. Legehennen benötigen aufgrund ihrer qualgezüchteten hohen Legetätigkeit ausgesprochen viel, kalorien- und eiweißreiches Futter, ein Masthuhn hingegen sollte gänzlich anders ernährt werden, um sein angezüchtetes enormes Körpergewicht so gut es geht „gering“ zu halten.

So bekam Henriette also ihr eigenes Domizil: einen schönen Stall, einen interessanten Auslauf – und natürlich machte Sandra sich auch auf die Suche nach geeigneten moppeligen Gefährten für Henriette. 

Titanic und Hella - 3Wochen jung - bereits 1,4kg schwer

Ein weiteres heimatloses Masthuhn war nicht aufzutreiben. Stattdessen gelang es Sandra, zwei  3 Wochen alte Mastküken vor der Endmast zu retten. 1,4 kg schwer waren sie bereits, 10 Tage hätten sie in der Hähnchen-mast noch zu leben gehabt....

Der kleine „Titanic“ und die niedliche „Hella“ waren anfangs verstört und verängstigt, spürten aber schon nach einigen Stunden in Sandras Obhut, dass sich ihr Leben soeben um 180 Grad gewendet hatte und sie von der Hölle in ein kleines friedliches Moppel-Paradies geraten waren.

Da ist sie also nun. Unsere Moppelgruppe: Henriette, Titanic und Hella.

Drei Hühner, drei fühlende Individuen, drei Leben, drei Seelen – nicht anders als du oder ich.

Über 600 Millionen Hühner werden jährlich allein in Deutschland geschlachtet. Jedes einzelne von ihnen genau ein solches Individuum.

Keines von ihnen hat jemals die Geborgenheit einer Glucke kennengelernt, keines hat jemals frische Luft geatmet, die Sonne gesehen oder Erde unter den Füßen gespürt, die das eigene Körpergewicht am Ende seines jämmerlichen kurzen Lebens nicht mehr tragen können.

 

Hella, Titanic und Henriette genießen ihr Leben, baden im Sand und in der Sonne, bekommen viel frisches Obst, Gemüse und Kleie und erst zum Abend Körnerfutter, damit sie nicht mehr zunehmen, als unvermeidbar ist, aber trotzdem niemals hungern und mit allem versorgt sind, was sie brauchen.

Henriette auf Erkundungstour

Ähnlich wie unsere Legehennen werden sie vermutlich kein allzu langes Leben haben – denn bei aller Fürsorge und natürlich auch aller nötigen tierärztlichen Versorgung- können wir ihre vom Menschen gemachte Überzüchtung nicht aufheben.

Wir werden Euch auf dem Laufenden halten über unsere drei fröhlichen Moppelchen und freuen uns über jeden Tag, den sie als glückliche sorgenfreie Hühner leben dürfen!

 

 

Hier seht Ihr die Röntgenaufnahme eines Masthuhns.

Deutlich zu sehen sind die deformierten Oberschenkelknochen, die der rasanten Gewichtszunahme nicht standhalten können.

 

 

Im Vergleich dazu seht Ihr hier die normal und gerade ausgebildeten Oberschenkelknochen einer Legehenne.

Dezember 2016

Ein Weihnachtshuhn für Sandra !

 

Heute hat sich eine kleine Weihnachtsfreude zugetragen. Unsere Sandra bekam einen Anruf von einem älteren Herrn, der ein zitterndes verstörtes Hühnchen auf dem Friedhof unter einem Busch entdeckt hatte. Glücklicherweise sah er nicht weg, sondern half, sammelte das verängstigte kleine Bündel auf und brachte es erst einmal in seinem Badezimmer unter. Sandra holte das kleine Mäuschen natürlich ab. 

Dem Zustand (und dem uns nur zu gut vertrauten üblen Geruch) nach muss es sich um eine Legehenne aus einem großen Betrieb handeln, die vermutlich bei der Ausstallung entwischen konnte. 

 

So führte sie ihr Weg dank eines freundlichen tierlieben Menschen zu uns und somit in ein sorgenfreies Leben ! Sandra freut sich und beide sind schon gute Freunde. Ihr Mann hat sie „Solo“ getauft, weil sie allein kam.

Herzlich Willkommen, kleines Weihnachtshuhn!

September 2016

 

Hallo an alle Mitglieder von Rettet das Huhn !

 

Wir haben jetzt seid zwei Wochen unsere neuen Hennen von euch in Engelskirchen abgeholt. Chilli, Lischen und Tilda haben sich super eingelebt und kommen uns sehr glücklich vor. Sie scharren alle total gerne und picken auch wie verrückt. Staubbäder kommen bei unseren Hennen auch oft vor. Sie haben auch schon viele leckere Eier gelegt und auch öfters mal insgesamt 3 Eier am Tag. Sie sind total zutraulich und picken einem schon Körner aus der Hand.

 

Sie klettern auch gerne und laufen mir und meiner Schwester hinterher, wenn wir weglaufen.

Unserem Hund macht das mit den Hühnern auch nichts aus. Wir sind echt glücklich 3 Hühnern ein neues Zuhause zu schenken! Wir können es auch einfach nicht glauben, dass so tolle Hennen sonst in dem Schlachthaus entsorgt werden.

 

 

Viele Grüße und ein riesen Dankeschön von Yasmine ,Mia und Gina & Mike !

September 2016

Abschied von Muli

 

Die liebe Muli haben wir im Dezember 2013 aus einer Bodenhaltungsanlage in Nrw geholt. Sie kam mit 1592 weiteren Hennen aus dieser Anlage. Ihr Schnabel war –wie der von vielen Hennen aus dieser Rettung- stümperhaft und viel zu kurz kupiert worden. Sie konnte ihren Schnabel nicht richtig schließen, Ober- und Unterhälfte des Schnabels waren bis fast bis zum Knochen abgetrennt. Muli lernte nach ihrer Rettung nach und nach, mit dieser Verstümmelung auch anderes Futter als das bis dahin einzig gekannte Legemehl aufzunehmen. Es dauerte und war manchmal schwer mitanzusehen, wie sie versuchte, gezielt ein Korn oder ein kleines Insekt vom Boden zu picken, es aber einfach nicht gelang.... 

Dennoch, die Zeit heilt manche Wunden, und Muli lebte sanftmütig mit dem, was der Mensch ihr angetan hatte. Sie war glücklich in ihrer Hühnerfamilie, genoß jeden Tag, badete in der Sonne und im Sand, lernte Frühling, Sommer, Herbst und Winter kennen, schlief abends selig neben Lionel, dem Hahn, und verbrachte so 2,5 Jahre als bescheidenes, etwas zurück-haltendes aber glückliches Huhn bei mir. Sie war nie krank und war einfach immer da. Unkompliziert und lieb.

Im August 2016 bekam Muli Durchfall, wollte kaum noch fressen, war matt und schwach. Ich fuhr mit ihr in die Tierärztliche Hochschule in Hannover. Im Wartezimmer der Vogelklinik lernte ich Susanna und ihren Mann kennen, die mit einer jungen verletzten Taube gekommen waren, die sie gefunden hatten. Sehr erfreut darüber, dass sie sich des kleinen Täubchens angenommen hatten, kam ich mit ihnen ins Gespräch. Sie kannten Rettet das Huhn e.V. und der Wunsch, in Zukunft Hühner von uns aufzunehmen, stand schon lange fest. Ich berichtete ihnen von Muli, von ihrer Herkunft und ihrem bisherigen Leben. Sie waren berührt, sagten ihr in ihrer Transportbox Hallo und wünschten ihr von Herzen alles Gute, als wir ins Sprechzimmer gerufen wurden. 

Muli wurde untersucht, Röntgen- und Ultraschallbilder gemacht, und der Befund war der, der leider keine Seltenheit darstellt und das Leben so vieler qualgezüchteter Hochleistungslegehennen schon  Monate oder wenige Jahre nach ihrer Rettung aus der Eierindustrie beendet. Entzündete Ablagerungen im Legedarm und dazu eine stark veränderte und von Zysten befallene Leber, als deutlicher Hinweis auf eine Leukoseinfektion. Die Möglichkeit, den Legedarm zu entfernen, besteht in so einem Fall, das Narkoserisiko ist bei Hühnern aber immer hoch. Die Leukose ist unbehandelbar und führt in absehbarer Zeit zum Tod. 

So war die einzige Entscheidung, die in Mulis Sinne war, sie zu euthanasieren. Um ihr ein langsames, qualvolles Sterben zu ersparen. Wir sind immer darauf vorbereitet, und es kommt leider so oft vor.... Und trotzdem ist es dann erschütternd. Immer wieder.

Sie gehen zu lassen, sich zu verabschieden, ihr zu danken für die vielen Tage der Freude, die ihr Dasein mir bereitet hatte, ihr die liebsten Wünsche mitzugeben für ihre Reise über den Regenbogen, und dann allein zurückzubleiben im Behandlungsraum, nur noch mit ihrer kleinen sterblichen Hülle, dem so vertrauten Federkleid, dem verstümmelten Schnabel.... 

So kam ich zurück ins Wartezimmer. Dort erwartete mich das Ehepaar mit dem Täubchen. Susanna sprang auf, kam mir hoffnungsvoll entgegen und schaute in den Transportkorb. Mulis Tod traf sie fast wie mich, so erschien es mir. Sie umarmte mich und weinte. Und das rührte mich derart, dass ich diese Geschichte aufschreiben musste.

Dort im Wartezimmer stand eine erwachsene Frau und weinte um ein Huhn, das sie vor wenigen Augenblicken erst kennengelernt hatte, das als eines von jährlich 45 Millionen namenlosen Legehennen „produziert“ und ausgebeutet worden war, das niemals jemand zu Gesicht bekommen hätte, das niemals einen Namen getragen hätte und von dessen Leben und Sterben normalerweise niemals jemand Notiz genommen hätte. Muli war ein Bruchteil einer anonymen Masse, über die die Menschen nur in Tonnenangaben oder Millionenzahlen sprechen. Sie selbst als Individuum, als fühlendes Lebewesen wäre niemals von einem einzigen Menschen auch nur für einen winzigen Moment wahrgenommen worden, hätte niemandem auf der Welt einen einzigen Gedanken gekostet, wenn sie nicht das große Glück gehabt hätte, von uns damals gerettet worden zu sein. Nun war sie Muli. Nun war aus einem ehemals recht- und namenlosen Sklaventier,  ein wertgeschätztes Lebewesen geworden. Nun weckte Muli die Gefühle und Anteilnahme einer eigentlich völlig fremden Person, die hier vor mir stand und um sie weinte.  Das berührte mich so sehr, dass ich es Euch hier erzählen wollte. 

Danke liebe Muli, und danke liebe Susanna. 

Eure Steffi 

August 2016

Hallo liebe Hühnerretter!

Auch wir machen jedes Jahr Urlaub mit unseren Hühnern.
Wir fahren 2mal im Jahr in unser Ferienhaus, und dieses Jahr durften zum ersten Mal unsere drei kleinen braun befiederten Damen aus der Märzrettung mitreisen.

Die Herrschaften freuen sich jedesmal wie doll, weil das Ferien-Areal naturbelassen und noch von niemandem "umgeackert" ist. Das sieht dann natürlich nach einer Woche anders aus, kann sich dann aber wieder ein halbes Jahr regenerieren.

Am besten lässt es sich unter der Hecke scharren. Eine sehr beliebte Badewanne mit Asche aus der Feuerstelle und Sand gemischt gibt es auch. Wer darin gebadet hat, sieht aus, als ob er in der Geisterbahn arbeitet. Und der Hahn macht gern ein Schläfchen im Gras.
Die Hühnchen und der Hahn haben noch nie Umgewöhnungsschwierigkeiten gehabt, das Ferienhäuschen für die Nacht wird anstandslos und ohne Zögern akzeptiert.
Und ich sitze dann, wenn das Wetter es erlaubt, den ganzen Tag draußen und schau den Tieren zu und lese nebenher manchmal ein Buch.
Das ist für mich dann ein richtiger Urlaub. Und den Tieren merkt man an, dass auch sie sich wirklich wohl fühlen.
Hoffentlich können wir alle das noch oft erleben.

Einen schönen Gruß sendet Euch
Euer Fan Gabi

Juli 2016

 

Sunny macht Urlaub !

Sunny ist ein besonderes Huhn. Sie kam 2015 aus einer Bodenhaltung als Pflegehühnchen zu unserer Vermittlerin Vera und fand dort ihren Lebensplatz. Sunny hat einen extremen Kreuzschnabel, verursacht durch einen Bruch, der anschließend völlig schief verwachsen ist. Wie sie damit in der Massentier- haltung überleben konnte, ist uns ein Rätsel und es ist ein großes Glück. 

 

Denn seit ihrer Rettung entzückt sie Vera und ihre Familie mit ihrer Frohnatur und ihrem sonnigen Wesen! Daher rührt auch ihr Name. Sunny lebt friedlich und gut integriert in Veras Hühnerherde. Nur zum Fressen kommt sie 2 mal täglich allein zu Vera auf die Terrasse und bekommt dort ihren speziellen Brei, da ihr das Fressen von Körnerfutter, Insekten und Grünfutter mit dem Schnabel kaum möglich ist.

 

Sunny hat nämlich nicht nur ein sonniges Gemüt, sondern auch ein schlaues Köpfchen!

Sie ist die einzige der Gruppe, die einen Weg gefunden hat, auf die Terasse zu springen, und dort wartet sie nun zweimal täglich auf ihr Sondermenü aus Legemehl, Wasser und einem milchfreien Getreidebrei.

Wenn Vera sich verspätet, klopft Sunny leicht vorwurfsvoll gegen die Scheibe.

Nun war Sunny mit Vera und Familie im Urlaub an der Nordsee!

Da es schwer ist, Hühnersitter zu finden, die diese Sonderfütterungen 2mal täglich pünktlich durchführen können, hat Vera sie kurzerhand mitgenommen. In der Ferienwohnung war Urlaub mit Huhn erlaubt, sie durfte dort in ihrer großen Box wohnen, durfte auch den Wintergarten und den Garten des Hauses nutzen und hatte so einen schönen Urlaub im Kreise ihrer Menschenfamilie! 

 

Urlaub mit Hühnchen... Das gibt es wahrscheinlich nur bei Rettet das Huhn e.V.!

Vielen Dank liebe Vera, dass Sunny bei Dir so ein wunderbares Zuhause gefunden hat!

 

PS: Wenn Ihr Sunny mit einer monatlichen Patenschaft unterstützen möchtet, informiert Euch gerne hier.

Juli 2016

 

Hallo Madeleine,

unsere Hühner sind happy und haben sich schon gut eingelebt. Sie picken  vergnügt und ganz entspannt mittlerweile  im grünen Gras.

Unser Hahn Hans ist ganz besonders lieb mit seinen Hühnern, das hätte ich nie gedacht. Heute hat er das 1. Mal gekräht. Er sieht noch ziemlich schlimm aus so ohne Schwanzfedern, kahlem Hals und kaum Federn an den Flügeln. Aber er hat unser Herz im Sturm erobert.

Unsere  4 Hühner sind unterschiedlich entwickelt – Henriette und Hanni haben kaum sichtbare Spuren ihrer Massenhaltung, Hilde und Hedwig hingegen sehen auch sehr zerrupft aus, aber haben sich schon gut erholt, sind in der Rangordnung aber die letzten und kämpfen jeden Abend um ihren Platz auf der Stange. 

Alle 4 sind ganz zahm, lassen sich streicheln, hoch nehmen und picken aus der Hand. Es ist  der Gedanke kaum zu ertragen, dass diese tollen Tiere nicht mehr leben würden!!!!!!!! Mein Enkel Pepe ist ganz begeistert und auch unser Hund Lotti hat sich schon mit Henriette angefreundet.

Danke an euch alle für den liebevollen Einsatz für „Rettet das Huhn“.

Euer Spruch „Ein Tier zu retten, verändert nicht die ganze Welt – aber die ganze Welt ändert sich für dieses eine Tier“ hängt an unserem Stall.

Ich werde mich immer mal wieder melden und Bilder von der Entwicklung unsere Süßen schicken.

 

Ganz liebe Grüße von Grit Roos-Beuchel

Mai 2016

An einem Dienstagabend war ich mit meinen RdH-Kollegen in unserer Whatsapp-Gruppe am Chatten. Plötzlich schrieb Steffi in die Runde: „Ellen, bleib mal in der Nähe deines Handys, da rufen gleich Leute bei dir an, die ein verletztes Huhn gefunden haben.“
Tatsächlich rief man mich an. Im Raum Darmstadt beobachteten Leute eine Ausstallung aus einer vermutlich kleineren Bodenhaltung. Zwei Hennen sind dabei entwischt und konnten sich vorerst retten. Leider wurde eine Henne kurz darauf von einem Hund verletzt. Die Leute, die dies beobachteten, zögerten nicht lange und versuchten, zu helfen.
Doch an wen wendet man sich, wenn man noch nie mit Hühnern zu tun hatte? Wo bringt man Hühner unter, wenn man weder Hühnerfutter noch einen Stall hat? Und wie hilft man einem verletzten Huhn? Die Internetsuche beantwortete diese Fragen schnell mit „Rettet das Huhn e.V.“ und so erhielt Steffi diesen Notruf, den sie mir als Ansprechpartnerin für Südhessen weiterleitete.

Ich verabredete mit der Familie, dass sie versuchen sollten, die Hühner einzufangen während ich nach einem Tierarzt suche, der spät abends noch Hühner behandelt. In Wiesbaden hatte ich Glück, die diensthabende Nottierärztin erklärte sich bereit, unser Huhn zu versorgen.
Kurzer Rückruf bei der Familie ergab: Die Hühner konnten leicht eingefangen werden. Wir verabredeten uns bei der Wiesbadener Tierärztin.
Als ich dort um mittlerweile knapp 23 Uhr ankam, waren die Retter und die Hühner bereits eingetroffen und die Tierärztin nähte schon die Bisswunde des verletzten Huhns.
Ein kurzer Blick auf das andere Huhn ergab, dass dieses in gutem Zustand war.
Die Tierärztin machte uns einen Freundschaftspreis, den die nette Familie für uns übernahm.

Das unverletzte Huhn konnte ich bereits am nächsten Tag an einen schönen Lebensplatz vermitteln. Das verwundete Huhn blieb bei mir in Pflege.
Sie heißt jetzt Wolke, weil sie so schön groß, weiß, weich und fluffig ist. Wolke ist eine „Lohmann Dual“, ein Zweinutzungshuhn aus dem Hause Lohmann, welches neben vielen Eiern auch noch Fleisch ansetzen soll.
Jetzt ist sie aber in Obhut von „Rettet das Huhn e.V.“, was bedeutet, dass Fleisch und Eier nie wieder von Interesse sein werden.

Auf der Rückfahrt vom Tierarzt war ich glücklich. Ich fragte mich, warum es mir überhaupt nichts ausgemacht hat, unter der Woche spät abends durch die Gegend zu fahren.
Es war diese positive Erfahrung, dass Menschen nicht weggesehen haben. Die Familie hat selbst einen längeren Weg zum Tierarzt in Kauf genommen und sie haben zudem noch die Rechnung beglichen. Die Stimmung im Behandlungsraum war einmalig. Jeder war so sehr auf der Seite des verletzten Hühnchens.
Solche Erlebnisse sind gar keine Belastung, im Gegenteil, sie geben mir unheimlich viel Kraft und Mut!

Natürlich gab es in der RdH-Whatsapp-Gruppe sofort die Rückmeldung, dass beide Tiere nun gerettet und gut versorgt sind und alle freuten sich mit.
Als Hühnerretter bei „Rettet das Huhn e.V.“ ist man eben nie allein am Start! Ich bin froh, zu diesem starken Team zu gehören und finde in dieser gemeinsamen Tierschutzarbeit eine tiefe Zufriedenheit.

Viele liebe Grüße an die Retter-Familie und an meine Mitstreiter!
Ellen

 

April 2016

Vielleicht erinnert Ihr Euch an unseren kleinen Hektor. Der kleine Serama-Hahn wurde von uns gemeinsam mit seinem Bruder Odysseus, zwei Zwergwyandotten, einem alten Hahn, zwei Legehennen und 4 Kaninchen aus einer Tiermessie-Wohnung befreit, wo sie zuvor monatelang in Bananenkartons vegetiert hatten! 

Hektor hat ein Zuhause mit einigen unserer Hühner aus der Dezember-Bayern-Rettung in Thüringen gefunden. Uns erreichte ein kleiner schöner Bericht von dem süßen Lilliputaner: 

Hallo Frau Felix.

Der kleine Hahn ist unsere "Dekoration" auf dem Hühnerhof. Er ist auch sehr zutraulich und läuft stolz zwischen seinen Mädels rum. Und irgendwo hat er auch das Sagen. Man darf ihn nicht unterschätzen. Er kümmert sich um seine große Hühnerschar, ruft sie, wenn er etwas besonderes gefunden hat und abends erschreckt er mich immer, weil er sich so eng zwischen die Hühner kuschelt, dass ich denke, er ist gar nicht da. Man sieht nur seine dünnen Beinchen, wenn man richtig hinschaut. Aber sein Körper ist zwischen 2 Hühnern total versteckt.

Also mal kurz gesagt: wir sind sehr zufrieden mit dem klein Kerl und sind froh ihn zu haben. UND: gut aussehen tut er auch noch J)

Ganz liebe Grüße und hoffentlich bis bald !

Zsanett mit Hahn und Hühnern

April 2016

Hier ein Bericht unserer Teammitglieder Annika und Thomas aus Hessen, die im März einen ganz besonderen Pflegefall aus unserer Bodenhaltungsrettung mit zu sich nach Hause genommen haben.

Aus Sorgenkindern werden oft ganz besondere Freundenbringer! Lest selbst:

Happy wurde am 12.3.2016 zusammen mit weiteren 1350 Legehennen einer Bodenhaltung von uns vor dem Schlachter gerettet.

Während der Ausstallung fanden wir sie mit um 180 Grad nach unten verdrehtem Kopf-  sie konnte ihn nicht selbstständig anheben und nicht gerade halten.

Wir wollten Happy auf jeden Fall eine Chance geben und ohne klärenden Tierarztbesuch auf gar keinen Fall vorschnell erlösen, denn oftmals erholen sich die Tiere sehr schnell wieder, wenn sie aus der für sie kaum ertragbaren Enge gerettet werden.

So entschieden Thomas und ich uns, Happy mit nach Hessen zu nehmen und alles in unserer Macht stehende zu tun, um ihr ein glückliches Leben zu ermöglichen. Wir stellten Happy unserem Tierarzt vor, sie  wurde gründlich untersucht und geröntgt.

Alle Wirbel waren in Ordnung, und der Tierarzt diagnostizierte eine neurologische Störung, die entweder im Zentralen Nervensystem oder im Halsbogen sitzt.

Zur positiven Unterstützung der Nerven bekommt Happy jetzt 1x täglich ein Vitamin B-Komplex und Physiotherapie.

Damit sie ihren Kopf aufrecht halten kann, trägt sie eine selbstgebastelte Halskrause aus elastischem Isolationsrohr, die sie sehr gut akzeptiert und mit der sie zunehmend besser eigenständig ihren Kopf aufrecht halten kann. Wir haben ihr den Namen Happy gegeben, da sie genau das ist: ein fröhliches immer lebensfrohes Hühnchen, das sich von nichts und niemandem unterkriegen lässt.

Auch nicht von unseren bereits vorhandenen 16 Hühnern, die sie an sonnigen Tagen schon im Garten besucht. Happy ist mutig und tüchtig und kämpft um ihr Futter und ihre Daseinsberechtigung - auch wenn sie dabei manchmal noch zu Boden fällt.

In der Anfangszeit mussten wir Happy mit der Hand und mit viel Geduld ernähren. Sie wollte kaum eigenständig fressen. Am 3. Tag probierten wir es mit Hundefutter. Das schien ihr sehr zu schmecken und so bekam sie erst einmal Hundefutter gemischt mit Vitaminkalk, Ei, Körnern, Saaten ect.

Heute -3 Wochen später- kann Happy ganz alleine essen, lediglich die Fressnäpfe müssen wir aufgrund ihrer Behinderung etwas höher stellen.

Wir sind froh, Happy eine zweite Chance gegeben zu haben, denn sie ist so eine liebenswerte und sehr neugierige Persönlichkeit !!!

Momentan lebt sie noch bei uns im Haus und freut sich immer in unserer Nähe zu sein. Sobald wir ein Zimmer verlassen, kommt sie sofort großen Schrittes hinter uns her, mit Gegacker - aber Happy ist eh immerzu am quatschen....... :))

Nun ist Happy nicht mehr ein Gegenstand der Eier legt, sondern ein Individuum mit ganz eigenem Charakter und einer Familie, die sie liebt!!!

Liebe Grüße,

Happy, Thomas und Annika

März 2016

Social Media Chickens – die Geschichte von Snapchat, Tumblr und Twitter

Hühner wollten meine Tochter Leah (13) und ich (Judith, 35) schon seit ein paar Jahren. In meiner Kindheit habe ich viel Zeit im Hühnerauslauf meiner Oma verbracht und bei Besuchen meiner Cousine in Südafrika – die selbst 8 aus Käfighaltung gerettete Hühner hält – ist auch Leah beim Spielen und Streicheln auf den Geschmack gekommen. Als wir im letzten Jahr  in ein schönes Haus mit Garten gezogen sind, konnten wir endlich mit der Planung anfangen. 

Bei der Recherche im Internet über Hühnerhaltung sind wir auf die Website von Rettet das Huhn e.V. gestoßen und haben unsere regionale Vermittlerin Vera kontaktiert. Der Kontakt war wirklich nett. Trotzdem mussten wir noch lange bis zur Märzrettung warten und waren letztlich bei der Abholung voller Vorfreude. Die war dann auch beim Anblick der armseligen und kahlen Hühnern ungebremst und wir konnten es kaum erwarten, den drei Damen ihr neues Zuhause zu zeigen. Leah hat ihnen die Namen „Twitter“, „Tumblr“ und „Snapchat“ gegeben, zusammen sind sie die „Social Media Chickens“ und haben eine wachsende Anhängerschaft bei Facebook und Instagram (@socialchickens). 

Anfangs taten sich die drei schwer, sie waren verschüchtert und verzogen sich am liebsten in die hinterste Ecke des Stalls. Bewegung fiel ihnen schwer, vor allem Twitter konnte beim Laufen das Gleichgewicht kaum halten. Dann haben wir mit ihnen das Treppensteigen auf der Hühnerleiter geübt und nach anfänglichem Zögern haben sie zuerst den kleinen Auslauf am Stall und schließlich den richtigen Auslauf im Garten erkundet und erobert. Snapchat, die Chefin bei den dreien, ist unheimlich neugierig und hat sogar schon probiert, ob meine Haare vielleicht schmecken.

Twitter ist das Schmusetier, was einem ständig um die Beine läuft bis man sie endlich hoch nimmt und streichelt und Tumblr die schüchterne Kleine, die am liebsten im Gebüsch versteckt scharrt und auf Proteine hofft.

Alle drei erholen sich prima, sind quicklebendig und agil, die Federn wachsen schon nach und Eier legen sie zum Glück auch.

Das werden frohe Ostern!

Gerettete Hühner

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19.05.2017

Ein schöner Bericht über Jörg aus BaWü

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Sonntag, 28.05.2017

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