WIR RETTEN LEGEHENNEN AUS MASSENTIERHALTUNG - RETTET DAS HUHN E.V.
WIR RETTEN LEGEHENNEN AUS MASSENTIERHALTUNG - RETTET DAS HUHN E.V.

Aktuelles

November 2021

Unsere Open-End-Rettung Süd am 30.10.2021
Steine .....

Liebe Freund*innen von Rettet das Huhn e.V.,
 
Vor einigen Wochen berichtete unser Team Alb von einem Bodenhaltungsbetrieb im Raum Stuttgart, mit einem sehr aufgeschlossenen Betreiber, 30 000 Hennen in Bodenhaltung in mehreren Ställen, eigene Aufzucht der Küken, gestaffelte Abgabe der Tiere mehrmals im Jahr. Anfang November gehen die nächsten 4000 Tiere des Betriebs zum Schlachthof. Und: keine Verpflichtung für uns, den gesamten Bestand zu übernehmen, sondern die Freiheit, nur die Anzahl abzuholen, die wir schaffen.
Open-End also.
 
Eigentlich sind wir bis obenhin voll. Unsere Vermittlungszahlen und somit auch die Arbeitsbelastung für das gesamte beste Team der Welt sind in den letzten drei Jahren immens gestiegen – von rund 10.000 geretteten Tieren noch 2018 auf 15.000 im Jahr 2020. Wir haben gerade die Sommerrettungen mit über 8000 geretteten Hennen hinter uns und viele Plätze ausgeschöpft. Eigentlich können wir keine weiteren Betriebe mehr dazunehmen. Das wissen wir alle…Eigentlich.
 
Aber: Unsere nächste geplante Rettung in Süddeutschland wird erst im Frühjahr sein. Unsere Adoptant*innen sind die besten der Welt. Unser Team ist das beste der Welt. Dort warten 4000 Hühner -die wir nicht alle werden retten können- das wissen wir.
Aber auch wenn es nur 100 wären, wenn es nur 10 wären, selbst wenn es nur eines wäre: Für jedes einzelne gerettete Tier ist es sein ganzes, sein einziges Leben. Für jedes einzelne gerettete Tier macht es keinen Unterschied, wie viele mit ihm gerettet werden. Jedes einzelne gerettete Tier hat den unbezahlbaren Wert eben eines ganzen, einzigen Lebens.

Also auf! Noch einmal Open-End in diesem Jahr.
 
Wir wissen, was es bedeutet. Für den Verstand bedeutet es eine große Entlastung.
Wir vermitteln ohne den Druck, eine feste Endzahl bis zum Termin erreichen zu müssen. Wir nehmen die Plätze, die wir finden, und wir haben keine Probleme mit eventuell mehr oder weniger Hennen im Stall als uns angegeben wurde.
Planung also einfach… Für den Verstand.
 
Auf das Herz legt es uns Steine.
Jeder Platz, den wir finden, ist ein ganzes Leben wert. Ja.
Aber für jeden Platz, der uns am Rettungstag fehlt, werden wir einem Tier leibhaftig gegenüberstehen, das wir nicht mitnehmen können und dem Tod überlassen müssen.
 
Das bedeutet Open-End. Rettung und Nichtrettung.
 
Die Vermittlung verlief wunderbar. Natürlich fanden wir nicht nur einen, 10 oder 100 Plätze. Bald waren wir bei 1000, und die Anfragen nahmen nicht ab. Das Interesse der regionalen Presse war wieder einmal groß und die Zahl stieg und stieg. Mehrere Male während der kurzen Vermittlungszeit kamen wir an den Punkt, an dem unsere Transportboxen in der Region nicht ausreichen würden. Wir haben weit über 400 Boxen, ausreichend für über 4000 Tiere, aber sie stehen deutschlandweit verteilt bei unseren Teams. Es mussten also mehrfach Boxen aus anderen Regionen her organisiert werden. Mit einem besten Team der Welt ist das nicht schwer. Ein Transport von Boxen aus Franken, eine Fahrkette für Boxen aus der Pfalz, eine Fahrkette für 2 gerade gerettete Hähne aus einem Betrieb in Norddeutschland und 3 Hähne aus dem Tierheim Bonn, und zum Schluss noch ein Transport geliehener Boxen vom Bodensee… So etwas nebenbei im Alltag, spontan, in so kurzer Zeit und noch neben einer Hühnervermittlung auf Hochtouren zu realisieren, klappt nur mit einem über alle Maßen engagierten wunderbaren Team- mit Menschen, die alle dasselbe wollen und gemeinsam alles geben für missbrauchte Tiere, für die unsere Gesellschaft kein Bewusstsein hat.
Wir vermittelten bis zur sprichwörtlich letzten Minute. Tatsächlich waren die Teams mit der weitesten Anfahrt schon unterwegs, als andere Vermittler*innen noch die letzten Telefonate mit Interessent*innen führten und so hatten wir, als es früh morgens am Stall losging, Plätze für 2232 Hühner. Das waren mehr als doppelt so viele wie wir gehofft hatten. Und trotzdem würden wir 1768 Tiere nicht retten können.
 
Im Stall erwartete uns das typische Bild einer Bodenhaltung.
Auch ein aufgeschlossener Landwirt, auch die eigene Aufzucht der Küken, auch das Bemühen, es ein bisschen besser zu machen als es die gesetzlichen Vorschriften erlauben, kann das Grauen dieser Haltungsform nicht schmälern.

Stickig-beißender Gestank, der die Lungen beklemmend füllt und dem die Tiere Tag und Nacht ausgesetzt sind, immerhin einige kleine Fenster, die Tageslicht erahnen aber doch niemals die Wärme der Sonne spürbar machen können, Schichten aus Dreck, zersetztem Kot, Staub und zerstossenen Federn auf dem Boden aus Beton, darüber Etagen aus Metallstangen und verdreckten Gittern, auf denen die Tiere in klaustrophobischer Enge zusammengepfercht stehen und NICHTS tun können, was ihrem Wesen entspricht und ihrem Wohlergehen unabkömmlich ist.
Diese Tiere spüren und berühren in ihrem gesamten Leben kein einziges natürliches Element! Keine Erde, kein Gras, keinen Wind, nicht einmal frische Luft, keinen Himmel, keine Sonne, keinen Sand, kein Insekt, kein fließendes oder wenigstens stehendes Wasser, keinen Baum, keinen Busch, keinen einzigen Halm.
Ihre zermaterte Haut, ihre geschundenen Füße, ihre zerstoßenen Flügel, ihre verzweifelten Augen und ihre suchenden Schnäbel sind zeitlebens in einer industriellen Anlage, in Metall, Beton, Kunststoff und Dreck gefangen. Ohne Kontakt zu jeglicher Natur – zu der sie gehören und für ein Leben in derselben sie geschaffen sind.

So müssen sie leben – und ihre Eier, die diese gequälten, verzweifelten Tiere in dieser lebensfeindlichen, dreckigen Umgebung legen, essen wir Menschen!
Das ist Bodenhaltung.
Und aus einem solchen Stall holten wir nun unsere 2232 Hennen. Wie immer insbesondere in der Bodenhaltung fanden wir auch viele Pflegis unter den Tieren, die wir aussortierten, erstversorgten und in Einzelboxen in besondere Pflegestellen bzw. direkt zu Tierärzten brachten.

20 Tiere mit behandlungsbedürftigen Ballenabszessen, 8 mit schwer verletzten, entzündeten Flügeln, 2 Augenverletzungen, 2 Legedarmprolapse, 13 Tiere mit dicken Bäuchen durch Schichteier o.ä., 1 Henne mit gebrochenem Schnabel, 3 Hennen mit tiefen Kannibalismuswunden, 27 stark geschwächte Tiere, teils winzig klein, nur noch Haut und Knochen und kaum noch sich auf den Beinen haltend.

Während sich unsere Boxen füllten, mit 2232 zarten blassen Tierchen, während die Sonne über ihnen aufging und ihnen den ersten wahren Tag ihres kleinen Lebens brachte, legte sich, je näher wir der letzten mitgebrachten Box kamen, mit jedem Tierchen, das wir herausbrachten, ein kleiner Stein auf unsere Herzen.
 
1768 kleine Steinchen waren es am Ende. Und wir nahmen sie mit.

Auf neun Transporten brachten wir unsere 2232 Geretteten an 20 Übergabeorte in Baden-Württemberg, Bayern, Rheinland-Pfalz und ins Saarland. Einen Extra-Pflegitransport mit 40 Tieren hatte das beste Team der Welt sogar bis nach Hannover organisiert. 410 liebe Adoptant*innen nahmen die Tiere aufgeregt und fürsorglich entgegen und brachten sie in ihr neues Zuhause.

 

Heute, hier zu hause in unseren Gärten, wo glückliche Hühner friedlich im Sand baden, Gräser zupfen, begeistert interessante, winzige Schätze in der Erde finden und ihr früheres Leben längst vergessen haben, lassen wir die Steinchen nach und nach herauskullern aus unseren Herzen. In die Natur, in die Erde, wo sie friedlich liegen, vielleicht die Sonne spüren, oder Regen. Sie machen Platz in unseren Herzen.


Für die nächste Rettung.
Für die, die wir retten und für die, die wir nicht retten.

Herzliche, dankbare Grüße an alle lieben Adoptant*innen! Wir waren überwältigt, dass wir in kurzer Zeit so viele wunderbare Lebensplätze bei euch finden konnten!
Großer Dank natürlich auch an unsere vielen fleißigen Helfer*innen, an unsere Spender*innen und Unterstützer*innen!
 
Verbreitet unsere Berichte, auch gern immer wieder unsere aktuellen Filme auf unserem
YouTube Kanal, um noch mehr Menschen deutlich zu machen, was Eierkonsum für die Tiere bedeutet.


Sag NEIN zum Ei! Für die Tiere.
 
Unsere nächste Rettung in Nrw (11.12.2021) steht bevor und wir brauchen auch hierfür viele schöne Plätze für die Hühner!
Hier findet ihr alle Infos dazu:
>>> Klicken <<<
 
Tierliebe Grüße!
Euer Team von

Rettet das Huhn e.V.

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(pp.rettetdashuhn@gmail.com)

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Letzte Änderung:
Mi, 17.11.2021

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