WIR RETTEN LEGEHENNEN AUS MASSENTIERHALTUNG - RETTET DAS HUHN E.V.
WIR RETTEN LEGEHENNEN AUS MASSENTIERHALTUNG - RETTET DAS HUHN E.V.

Aktuelles

März/April 2021

 

Geschenkaktion zu Ostern:
Verschenke unser OSTERN(EI)N
Liebe Freund*innen von Rettet das Huhn e.V.,
 
Ihr seid noch auf der Suche nach einem tierleidfreien Ostergeschenk?
Verschenkt in diesem Jahr ein Rettet das Huhn Ostern(EI)n!
 
Gerade zu Ostern - dem sogenannten Fest des Friedens - sind die verlogenen Bilder flauschiger Küken und glücklicher Lämmer auf grünen Wiesen allgegenwärtig - und verführen zum Kauf von Produkten voller Tierleid und Qual: Ermordete Tierkinder als Osterbraten, Schokohasen aus der Muttermilch gequälter Kühe, denen Jahr für Jahr ihr neugeborenes Kind entrissen wird und die buntgefärbten Eier der Legehennen, die in ihrem traurigen Leben in Anlagen aus Beton und Gittern niemals das Tageslicht sehen, niemals Sonne, Erde oder Gras kennenlernen und nach einem entbehrungsreichen Jahr in qualvoller Enge getötet werden…
 
Helft uns mit eurem Ostern(EI)n, Tiere aus der Legehennenindustrie nach der Zeit ihrer Ausbeutung zu retten, tierärztlich zu versorgen, zu heilen, zu trösten und das Erlebte vergessen zu machen!
Helft uns, diese Tiere durch unsere Rettungsaktionen als lebende Zeugen der Massentierhaltung ans Licht zu bringen, die Qualen, die den Tieren angetan werden, öffentlich zu machen und immer mehr Menschen ins Bewusstsein zu rufen, wie viel Leid der Konsum von Eiern und eienthaltenden Produkten für die Tiere bedeutet!
Für jede Spende mit dem Verwendungszweck “Osternein” senden wir euch pünktlich bis Ostersonntag euer
Rettet das Huhn - Ostern(EI)n
als schöne, personalisierbare Geschenkdatei.
Bitte habt Verständnis, dass wir den Mindestspendenbetrag mit 10€ festlegen müssen.
 
Unsere Ostern(EI)n - Geschenkaktion läuft bis zum 3.April 2021
Ostern(EI)n per Überweisung:
 
Kontoinhaber: Rettet das Huhn e.V.
IIBAN: DE80 4605 0001 0001 2700 40
BIC: WELADED1SIE
Sparkasse Siegen
Verwendungszweck: OSTERNEIN und deine EMAILADRESSE
 
Hinweis: Nur für Zahlungseingänge bis zum 3.April 2021 können wir rechtzeitig bis Ostersonntag dein persönliches Osternein versenden!
 
Wir wünschen Euch eine friedliche und fröhliche Osterzeit!
Denkt an die Tiere und seid FÜR sie da!
 
Sagt Nein zum Ei!
 
Euer Team von
Rettet das Huhn e.V.

März 2021

 

Über unsere Bodenhaltungsrettung im Februar 
 "Meine Kinder bringt das zum Weinen..."
Liebe Freund*innen von Rettet das Huhn e.V.,
 
Am 27. Februar fand unsere Rettung in der Bodenhaltung im Sauerland statt und heute - knapp 2 Wochen später finden sich schon die meisten der geretteten 1398 Hennen gut und mit wachsendem Selbstvertrauen in ihren liebevoll vorbereiteten Hühnerzuhausen zurecht.
Meist noch in geschütztem Raum und oft noch mit wärmenden Pullis haben diese kleinen tapferen Seelchen sich vieles schon erobert, was für ein glückliches, erfülltes Hühnerleben normal sein sollte. 

Für sie ist es -nach 17 grausamen Monaten in der Massentierhaltung- aber noch Wunder und für uns sind die Bilder von den ersten Schritten in ihr gerettetes Leben die Quelle der Kraft für unsere Arbeit.

 

Mit unserem besten Team der Welt lief die Ausstallung der 1398 Hennen zügig und gut geplant. Der entsetzliche Zustand, in den die Tiere innerhalb eines Jahres in der Bodenhaltung physisch und psychisch gebracht werden, ist uns leider gut vertraut und lässt uns doch jedes Mal wieder den Atem stocken.

Aus einem klaustrophobisch engen, dreigeschössigen Gitteretagensystem, aus beißendem Gestank und stickiger, staub- und dreckdurchsetzter Luft trug unser Stallteam sie durch die dunklen, fensterlosen, schmalen Gänge hinaus in die Morgensonne eines strahlenden Wintertags.

Dort übernahm unser Boxenteam, untersuchte jedes Tier einzeln und schnell mit geübten Griffen.
Kloake in Ordnung? Bauch unauffällig? Füße, Haut, Augen, Schnabel und Beine heil? Der kleine, ausgemergelte Körper noch ausreichend kräftig für die Reise ins Leben? So kamen sie in unsere normalen Transportboxen und wurden von unserem fleißigen Beladungsteam auf die Hänger verladen und sicher verzurrt.

69 Tiere mussten wir bei diesem Schnell-Check aussortieren und sofort in unserer mobilen Pflegistation erstversorgen: Hennen mit offenen Wunden durch Kannibalismus, mit schmerzhaften Legedarmkomplikationen, Schichteiern, im Legedarm zerbrochenen Eiern, zerpickten Kloaken und Kloakenprolapsen, entzündeten Ballenabszessen, gebrochenen Beinen und Zehen usw. usw.

Und insbesondere am Ende - als die Käfige fast leer waren- kamen wie immer die Schwächsten ans Licht: Bis aufs Skelett abgemagerte Tiere, die kurz vorm Verdursten oder Verhungern schon tagelang in den hintersten Winkeln versteckt gelegen haben mussten, zerpickt von den Schnäbeln der verzweifelten Artgenossinnen, zu schwach, um noch an Futter und Wasser zu gelangen, die Reste ihrer kleinen Körper schon so kalt und das ganze Tier nur noch Hunger, Durst und Angst.

Infusion um Infusion verabreichte unser Pflegiteam, wärmte, tröstete, gab Schmerzmittel und versorgte so gut es nur ging.

Nach drei Stunden war der Stall, das Gefängnis, der Ort dieses Grauens leer und wir starteten mit den Hennen in ihr neues Leben.
291 liebe Menschen nahmen sie an den Übergabeorten in Niedersachsen, Nrw, Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland gerührt und voller Zuneigung in Empfang und zeigen ihnen nun jeden Tag das Leben.
 
42 Tiere mussten wir direkt vom Stall aus zur akuten Versorgung zu Tierärzt*innen bringen, die uns schon erwarteten und ihre Stationen und Wochenenddienste extra für unsere Hennen eingerichtet hatten.
27 weitere in nicht ganz so bedrohlichem Zustand blieben nach unserer Erstversorgung in Pflegestellen, von denen aus sie in den folgenden Tagen in tierärztliche Behandlung gehen würden.
 
Eine solche Pflegestelle und treues Mitglied unseres Teams ist Anja. Nach dem langen Rettungstag am Samstag saß sie am Sonntag morgen wieder im Wartezimmer der tierärztlichen Hochschule in Hannover und schrieb dort diese Zeilen:
Es ist Sonntagvormittag, grau, ein richtiger Sofasonntag… Aber ich sitze mit einem kleinen, halbnackten Hühnchen, einem zusammengekauerten Bündel, mehr tot als lebendig im Wartebereich der Tierklinik. 14 schwerkranke, entkräftete, verletzte Hennen haben wir gestern Abend bereits hier abgegeben. Noch leben alle. 
Meine kleine Henne auch, sie atmet noch schwach. Gestern war sie noch stabil und ich nahm sie mit nach Hause. Rotlicht, Futter und Wasser standen in einem weichen, ruhigen Käfig für sie bereit. Nur für sie. Sie sollte das erste Mal erfahren, was Fürsorge ist, dass man sich ihrer annimmt. Sie ist nun ein Lebewesen mit einem Namen – May.
Heute Morgen ging es ihr noch schlechter als gestern. Sie trank nur und stand mit hängendem Köpfchen und geschlossenen Augen da. Ein Bild des Jammers, meine Kinder bringt das zum Weinen.
Ich habe schon einige Hühner gesund gepflegt, aber so schlimm war es noch nie…
Und nun sitze ich hier, während andere Familien gerade frühstücken und sich ihre Frühstückseier schmecken lassen.
Ein Ei, Massenware. Aus Bodenhaltung zum Schnäppchenpreis von 11 Cent das Stück… Schön günstig soll es sein, das Frühstücksei, dann kann man auch mal 2, 3 essen und Ostern noch mehr.
…und ich sitze hier mit einem kleinen Geschöpf, das zu schwach ist, sein Köpfchen zu heben, zu schwach, um zu stehen und nun zu schwach, um das nächste Ei nach 13 Monaten täglichem Eierlegen, noch aus seinem Körper zu pressen.
Ich kann nicht aufhören, über ihr bisheriges Leben nachzudenken. May hat 17 Monate lang die Hölle erlebt. Mit 9 anderen Hennen pro Quadratmeter und mehreren Hundert in einem „Abteil“ aus Eisenstangen und Gittern, nein nein, niemand sagt Käfig, denn Käfighaltung ist ja verboten!
1 qm für 9 Hühner, auf Gittern, ohne Tageslicht, bei beißender Luft, Dreck, Enge und Lärm. Kein Scharren, kein Sandbad, keine natürliche Rangordnung, wer zu schwach ist, kommt nicht mehr an Wasser und Futter und verdurstet im schlimmsten Fall. Realität in der Bodenhaltung. Die Idylle vom dick mit Stroh eingestreuten, sonnendurchfluteten Stall, die gibt es nicht, auch wenn uns das die Bilder auf der Eierpackung glauben lassen wollen. Nicht für den Großteil der Hühner, die täglich die Eier produzieren, die z.B. in Kuchen und Keksen, Nudeln, Mayonnaise, Eiweißshakes, in der Panade vom Fertigschnitzel und natürlich auf dem Frühstückstisch landen.
Der Verbraucher hat es in der Hand, jeden Tag, wenn er im Supermarkt oder beim Bäcker einkauft oder im Restaurant isst. Muss es unbedingt Ei sein? Ein Kuchen schmeckt auch ohne Ei, vegane Alternativen gibt es mittlerweile in jedem Supermarkt...

  

May hat es zumindest geschafft, aus der Hölle lebend zu entkommen, viele Millionen Hühner haben dieses Glück nicht.
 
Nun muss sie sich ins Leben kämpfen. Ich wünsche mir für die kleine, zarte, zerbrechliche May, dass sie gesund wird, die Sonne sieht, Gras unter ihren Füßchen spürt und endlich Huhn sein kann. Ich möchte sie im Sand baden sehen, picken und Regen schmecken. Dafür sitze ich heute hier, statt mit meiner Familie am Frühstückstisch – ohne Ei-…
Eure Anja mit May
Herzlichen Dank an alle Adoptant*innen, an unsere Tierärztin Dana Ströse aus Warendorf, Tierarzt Burkhard Sudhoff aus Mönchengladbach, Dr. Legler und das Team der Vogelklinik der Ti Ho Hannover, an alle Helfer*innen und Unterstützer*innen unserer Arbeit!

 

Euer Team von Rettet das Huhn e.V.

Januar 2021

 

Unser Dank für 2020!

Unsere Zuversicht für 2021!

Liebe Freund*innen von Rettet das Huhn e.V.,
 
ein denkwürdiges, verunsicherndes Jahr 2020 liegt hinter uns, in dem wir Menschen mehr denn je mit uns Menschen selbst beschäftigt waren.
Ein winziges Virus offenbart unsere Verwundbarkeit und unseren Irrtum, unserer Spezies eine „Allmächtigkeit“ auf dieser Erde zuzusprechen, mit der wir brandschatzend, raubbauend und mordend der Natur und unseren Mitgeschöpfen begegnen dürften.
Der Zusammenhang der Pandemie mit unserem verantwortungslosen, zerstörenden Umgang mit unserer Welt und unseren Mitgeschöpfen, insbesondere in der intensiven Tierhaltung und Tierausbeutung, liegt klar ersichtlich auf der Hand… Und was tun wir? Lernen wir endlich daraus? Fangen wir endlich an, weiter zu denken und mehr zu tun als uns nur um uns selbst und die Einschränkung unserer Freiheiten zu sorgen?

 

Für die Milliarden der von uns Menschen versklavten, ausgebeuteten, missbrauchten, gequälten und ermordeten Tiere war dieses Jahr so grausam und todbringend wie jedes andere zuvor. Für sie wäre am Jahreswechsel ein Blick zurück genauso wie ein Blick nach vorn immer nur ein Blick auf Angst, Tod, Verzweiflung und Leid. Für sie gibt es keinen Unterschied.
 
Um weiter gemeinsam für die Tiere zu kämpfen und für sie stark zu bleiben, brauchen wir aber gute Gedanken und Zuversicht und darum möchten wir euch einen dankbaren, wunderbaren und hoffnungsvollen Rückblick auf das Jahr 2020 schenken:


Wir haben im Jahr 2020 mit eurer Hilfe 14.869 Tieren das Leben gerettet!
Das sind so viele Tiere wie in keinem Jahr zuvor!

In 20 großen Rettungen holten wir 13.366 Legehennen aus Massentieranlagen und bewahrten sie so nach ihrem Leben in der Ausbeutung vor ihrem grausamen Tod im Schlachthof!
Hinzu kamen 1.321 Hennen, die wir in sogenannten „kleinen Rettungen“ aus anderen Notsituationen, Beschlagnahmen, schlechten Haltungen u.ä. übernahmen, versorgten und in schöne Plätze vermittelten.
Und nicht zuletzt konnten wir 192 Hähne (aus den Betrieben, ausgesetzte Hähne, aus Tierheimen, Beschlagnahmen u.ä.) retten und in sichere Hände geben!

 

Wir danken euch von Herzen für die tatkräftige, treue und tierliebe Unterstützung, die die Rettung jedes einzelnen dieser Tiere

möglich gemacht hat!

Exemplarisch für die Arbeit und die vielen kleinen und großen Rettungserlebnisse des Jahres 2020 möchten wir euch an dieser Stelle über den Dezember 2020 berichten, in dem noch viel geschehen ist:


5.Dezember 2020
 
Anruf aus „unserem“ „Bodenhaltungsbetrieb Nord“, dessen Mitarbeiter*innen uns aussortierte Hennen aus dem laufenden Betrieb überlassen, die auf Kontrollgängen gefunden und normalerweise getötet oder einfach sterben gelassen werden würden.
Wir holen 3 Hennen ab, bringen sie zum Tierarzt, versorgen und bringen in Pflegestellen unter:
1 Henne mit entzündetem Fuß
1 unterentwickelte, geschwächte Henne
1 Henne mit Ballenabszess.


6.Dezember 2020

 

Anruf Bodenhaltungsbetrieb Nord: Wir holen und versorgen 2 Tiere:
1 Henne mit Oberschenkelbruch – wird operiert,
1 Henne mit Trümmerbruch – muss euthanasiert werden.

 

Ausstallung Bremen: Wir übernehmen 137 Hennen aus Bodenhaltung,
darunter 6 verletzte oder sehr schwache „Pflegis“ und übergeben sie gemeinsam
mit 1 Notfall-Hahn an viele liebe Adoptant*innen.

Besonders ging uns der Anblick diese kleinen Henne ans Herz.
Als der Stall sich nach und nach leerte, saß sie einfach so da, wie schlafend, zuvor versteckt unter der Masse ihrer Artgenossinnen… Björn hob ihren kleinen Körper hoch. Kein Herz schlug, kein Äuglein öffnete sich mehr… Für sie waren wir zu spät gekommen. Sie musste in der Nacht vor unserer Ankunft gestorben sein.
 
Ausstallung Hunsrück:
Wir retten 215 Hennen und einen Hahn aus einer Freilandhaltung.
7 Pflegis bleiben zur tierärztlichen Versorgung in unserer Obhut bzw. in vorbereiteten Pflegestellen.


10. Dezember
 
Anruf Bodenhaltungsbetrieb Nord: Wir holen und versorgen 7 Tiere.
1 dehydrierte, zu Tode geschwächte Henne – muss euthanasiert werden,
1 Henne mit blutigem Kloakenvorfall
1 Henne mit Zehenverletzung – Zeh wird amputiert
3 unterentwickelte, humpelnde Hennen
1 schwache Henne


12. Dezember
 
Ausstallung Westerwald: Wir übernehmen 1394 Hennen aus Bodenhaltung.
43 Tiere mit schweren Zehenverletzungen, Schichteiern, Bauchdeckenbrüchen und ähnlichem werden tierärztlich versorgt und größtenteils operiert.
19 Hähne aus Tierheimen u.ä. transportieren und vermitteln wir mit.
An 22 Übergabeorten erwarten über 300 liebe Adoptant*innen die Tiere und schenken ihnen ein behütetes Zuhause.

Unser „Hahnenparkplatz“. Genau nummeriert und beschriftet warten hier die Gockel auf die Verladung auf ihren Transport, denn nicht jeder Hahn passt an jeden Platz. Deswegen überlegen wir bei der Planung natürlich genau, welcher Hahn am Rettungstag an welchen Platz gegeben wird.

Viele der Hähne müssen unsere Vermittler*innen schon am Vortag der Ausstallung aus Tierheimen o.ä. abholen und als „Übernachtungsgäste“ bei sich beherbergen, um sie dann am nächsten Tag mit auf die große Fahrt ins Glück zu nehmen.

Besonders erschreckend war dieses Mal die große Anzahl an Tieren mit schweren Verletzungen durch Zehenkannibalismus.
Auch in einer anderen, noch jüngeren Gruppe des Betriebs war und ist das ein Problem. Schon in den vergangenen Monaten bekamen wir immer wieder Tiere “zwischendurch” heraus, die der Betreiber mit schweren Fußverletzungen an uns abgab, anstatt sie zu töten.

Unsere fleißige Vermittlerin Steffi F. unterstützt von unserer Sarah hat seit dem Sommer nach und nach 309 solcher noch sehr jungen Tiere abgeholt, Füße verbunden, Zehen amputieren lassen, Wunden geheilt und schließlich fast alle der Tiere nach dem Gesundpflegen als Glückshühner in gute Hände vermittelt.

 

 

 

 

Auch mit einem fehlenden Zeh können die Hühner nach der Genesung ein glückliches Leben führen.

 

 

 

"Bauchoperierte" und "Zehamputierte" geborgen in ihrer Pflegestelle.

13. Dezember
 
Ausstallung Raum Hannover: Von den uns angekündigten circa 120 Hennen aus einem Mobilstall können wir nur noch 60 abholen.

Alle anderen sind in den letzten Wochen vor der Rettung Beuteräubern zum Opfer gefallen. Vergeblich hatte Julia schon im Vorfeld versucht, den Rettungstermin vorzuverlegen, weil der Betreiber von diesen Verlusten berichtete. Leider blieb er hart und wollte sie uns nicht früher abgeben.
Als Julia am Rettungstag mit ihrem kleinen Team früh morgens am Stall ankam, stand in einem Plastikgemüsekorb ein schwer verletztes, völlig unterkühltes Huhn neben dem Stall. Mit blutig zerpickter Kloake hatte der Betreiber sie am Vortag aussortiert und die ganze nasskalte Nacht hindurch in diesem Zustand dort stehenlassen… da wir ja ohnehin kommen würden, hatte er sie einfach dort abgestellt.
Natürlich erklärte Julia ihm (nicht zum ersten Mal) eindringlich, dass er IMMER und SOFORT anrufen solle, sobald er ein krankes oder verletztes Tier hätte und dass wir uns so schnell wie möglich auf den Weg machen und solch ein Tier abholen würden!
Und dass auch dieses Tier dringend gestern schon zum Tierarzt gemusst hätte! Inwieweit diese Worte dieses Mal bei ihm ankamen und Wirkung zeigen, wissen wir nicht… Groß ist unsere Hoffnung nicht.
Das Herz kann einem nur zerbrechen, wenn man sich vorstellt, wie dieses kleine, geschwächte, schwer verletzte Tier die ganze kalte Nacht hindurch ungeschützt und mit Schmerzen dort draußen ausharren musste! Umgehend brachten wir sie in die tierärztliche Hochschule nach Hannover . Sie wurde mit Schmerzmittel und Infusionen versorgt, gewärmt, die Wunde verarztet.

Leider waren wir zu spät und sie starb in der folgenden Nacht auf der Station. Wir können nur hoffen und daran glauben, dass sie trotz allem in diesen letzten Stunden keine Angst mehr hatte, dass sie Geborgenheit und den Schutz der Menschen spüren konnte, die sich nun um sie sorgten, die um sie kämpfen wollten und für die ihr Leben von Bedeutung war.

 

14. Dezember
 
Anruf Bodenhaltungsbetrieb Nord: Wir holen und versorgen 6 Tiere.
1 Henne mit Tumor am Eierstock - muss euthanasiert werden
1 Henne mit verletzter Kloake
2 Hennen mit gebrochenen Beinen - werden operiert
1 Henne mit entzündetem Fuß
1 lahmende Henne mit Nervenverletzung


16. Dezember
 
Anruf Bodenhaltungsbetrieb Nord: Wir holen und versorgen 5 Tiere.

1 Henne mit verletzter, bereits nekrotischer Kloake - wird euthanasiert
1 Henne mit mehrfachem Beinbruch - wird erfolgreich operiert
1 Henne mit Beinbruch
1 schwache, lahmende Henne
1 Henne mit tiefem Schnitt im Zeh

19. Dezember
 
Anruf Bodenhaltungsbetrieb Nord: Wir holen und versorgen 10 Tiere.

1 Henne mit schwer zerpicktem Kopf
4 Hennen mit entzündeten Füßen oder Gelenken
1 Henne mit Beinbruch - wird operiert
1 schwache Henne
2 unterentwickelte, lahmende Hennen
1 zerpickte, stark gemobbte Henne

Ausstallung Sauerland: Wir holen 315 Hennen aus einer Mobilstallhaltung im Sauerland ab und übergeben sie an 7 Übergabeorten in NRW an 78 liebe Adoptant*innen.
17 Pflegis müssen wir tierärztlich versorgen lassen und in Pflegestellen unterbringen.
3 Hähne aus Tierheimen werden mitvermittelt.

Gleichzeitig findet unsere Ausstallung im Raum Reutlingen statt.
Unser süddeutsches Team holt 348 Hennen aus einer Bodenhaltung ab
, versorgt 13 Pflegis und vermittelt 5 Hähne mit. An 6 Übergabeorten warten 76 Adoptant*innen und bringen die Hennen in gut vorbereitete neue Heime, in denen die Tiere trotz der kalten Witterung in warmen Ställen langsam das nie gekannte artgerechte Leben kennenlernen dürfen.

Besonders glücklich waren wir über diese kleine Henne. Im Gegensatz zu "unseren" anderen Ställen durften wir in Reutlingen nicht selbst in den Stall, um die Hennen herauszuholen, sondern mussten sie vom Stallbetreiber und seinem Personal draussen entgegennehmen. Am Ende der Ausstallung gelang es unserem Nic dennoch, noch einmal durch den leeren Stall zu gehen und genau zu suchen, ob auch kein Tier vergessen wurde. Und tatsächlich fand er in einem Legenest versteckt noch diese kleine verängstigte Henne.
Nicht auszudenken, wenn wir sie nicht gefunden und zurückgelassen hätten! Da alle anderen Tiere mittlerweile verladen und gesichert waren, durfte die kleine Nic -wie wir sie nannten- kurzerhand auf einem Sonderplatz im Fahrgastraum in ihr neues Leben fahren.

 

22. Dezember
 
Anruf Bodenhaltungsbetrieb Nord: Wir holen und versorgen 6 Tiere.

1 unterentwickelte, lahmende Henne
1 Henne mit großer Schürfwunde an der Seite
1 Henne mit schwerem Ballenabszess- wird operiert
1 Henne mit Zehenverletzung - wird amputiert
1 dehydrierte, unterernährte Henne - stirbt kurz nach der Übernahme in unseren Händen
1 Henne mit Nerventrauma - muss nach einigen Tagen trotz aller Maßnahmen euthanasiert werden

 

25. Dezember

Anruf Bodenhaltungsbetrieb Nord: Wir holen und versorgen 6 Tiere.
3 unterentwickelte, lahmende Hennen
1 Henne mit großem Schichtei und Aszites - wird operiert
2 schwache Hennen

26. Dezember
 
Anruf Bodenhaltungsbetrieb Nord: Wir holen und versorgen 5 Tiere.

1 unterentwickelte, lahmende Henne
1 schwache Henne
2 Hennen mit Zehenverletzungen - werden amputiert
1 Henne mit Schichtei - wird operiert


27. Dezember

 

Anruf Bodenhaltungsbetrieb Nord: Wir holen und versorgen 7 Tiere.
2 unterentwickelte, lahmende Hennen
1 Henne mit riesigem Schichtei (Gewicht der Henne vor OP über 2,9kg!!) -wird operiert
3 Hennen mit verletzten Zehen
1 Henne mit verletztem Bein

 

29. Dezember
 
Anruf Bodenhaltungsbetrieb Nord: Wir holen und versorgen 5 Tiere.

1 zerpickte Henne mit Beinverletzung
1 dehydrierte Henne mit Beinbruch, stirbt nach dem Tierarztbesuch
1 Henne mit Beinbruch - wird operiert
1 unterentwickelte, lahmende Henne
1 dünne, dehydrierte Henne

30. Dezember
 
Anruf Bodenhaltungsbetrieb Nord: Wir holen und versorgen 1 Tier.

1 Henne mit schwerer Atemnot - wird umgehend beim Tierarzt als Notfall versorgt und mit Cortison vor dem Ersticken gerettet.

 

Zeitgleich zu diesen reinen “Rettungsaktivitäten” finden natürlich ständig Tierarztfahrten, Transporte bestimmter Tiere zu bestimmten spezialisierten Kliniken für besondere OPs, Fahrketten zum Verteilen und Umverteilen der verletzten Tiere auf die geeigneten Pflegestellen, die ständige Versorgung der vielen Pflegetiere, die Vermittlung der genesenen Pflegis in Endstellen, die Betreuung der Adoptant*innen -insbesondere direkt nach der Übernahme bei Fragen zur Eingliederung usw.-, die Bearbeitung neuer Anfragen, Vorkontrollen, Nachkontrollen und vieles vieles mehr statt.
 
Unser Team - bestehend aus rund 40 Vermittler*innen und den zugehörigen Helferteams hat im Jahr 2020 über 5000 Kontaktformulare/Anfragen von interessierten Adoptant*innen bearbeitet. Daraus haben sich rund 3000 erfolgreiche Vermittlungen und somit die Rettung der 14.869 Tiere diesen Jahres ergeben.
 
Jeder Platz für unsere Tiere wird gut geprüft, über jedes Tier führen wir Buch, wir begleiten unsere Tiere und stehen allen Adoptant*innen mit Rat und Hilfe zur Seite.
Fast jedes Wochenende ist gefüllt von einer oder mehreren Rettungen, die Wohnzimmer und Gärten unseres Teams mit Pflegestationen für verletzte und geschwächte Tiere, die Feierabende mit Tierarztfahrten und der Versorgung von Tieren und die Herzen mit Liebe und Fürsorge.

 

 

Pflegistation für viele der operierten Beinbruchhennen bei unserer Gaby.

 

 

 

Pflegibelagerung des Home Offices unserer Susanne.

Das alles ist nur mit Menschen möglich, die 100%ig zuverlässig, teamfähig und hilfsbereit sind und die voller Tatkraft, aus größter Tierliebe, Überzeugung und tiefstem Herzen heraus handeln.
Wir sind dankbar, dass unser bestes Team der Welt aus genau solchen Menschen besteht! Nur so wird das alles möglich!

 
An dieser Stelle möchten wir ganz besonders großen Dank an unser Team im Norden schicken - insbesondere an
Anja M., Antin, Susanne, Dani, Knud und Meike J. - die JEDEN Tag bereitstehen und es innerhalb kürzester Zeit möglich machen, die meist schwer verletzten Tiere aus dem Betrieb “Nord” abzuholen, zum Tierarzt zu bringen und erstzuversorgen!
Ebenso möchten wir unserer
Steffi F. danken, die ohne viel Aufhebens und mit größter Zuverlässigkeit seit Monaten die Zehenkannibalismusopfer des Westerwaldbetriebs abholt und versorgt!
Ihr seid unglaublich!!

 

Herzlichen Dank auch an all unsere Hühnerpulli- und Traumarollen-Näher*innen!
Durch sie wurden über 2000 Pullis und über 90 Traumarollen angefertigt, die unseren geretteten Hennen Wärme und Halt geben!
 
Herzlichen Dank auch an unsere
(Hahnen)-Pflegestelle in Landau in der Pfalz! Im Jahr 2020 konnten wir hier neben 130 Hennen auch über 20 Hähne vorübergehend gut und sicher unterbringen, die wir als Fundhähne aufgegriffen/ eingefangen, aus katastrophalen Haltungen herausgeholt oder aus anderen Notsituationen gerettet haben. Die “spontane” Unterbringung von Hähnen bis zur Vermittlung an einen geeigneten Platz ist sehr schwierig und umso wertvoller ist diese Pflegestelle für uns! Herzlichen Dank lieber Beni, für deine immerbereite, engagierte Hilfe für unsere “Jungs” !
 
Einen besonderen, lieben Dank wollen wir in diesem Jahr auch an
Tierärztin Nannette Welk aus Elz und Tierarzt Dr. Marko Legler von der Tierärztlichen Hochschule Hannover senden! Nannette hilft uns an Rettungstagen als Tierärztin direkt vor Ort so zuverlässig und hat insbesondere in diesem Jahr geradezu am laufenden Band Zehen unserer kleinen Patientinnen amputiert! Marko Legler stand an vielen Wochenenden auch weit nach Feierabend und bis in die Nächte hinein für unsere Hennen bereit, um die schwersten Fälle direkt zu versorgen, viele -auch komplizierte- Beinbrüche zu operieren und auch Hennen mit schlimmen Schichteiern und schlechten Prognosen zu operieren und zurück ins Leben zu holen! Vielen Dank dafür!!!

 

Ebenso möchten wir allen Menschen danken, die uns durch Patenschaften, Fördermitgliedschaften oder Geldspenden unterstützt haben und unsere Rettungen und die tierärztliche Betreuung unserer Tiere möglich machen!
 
Nicht zuletzt danken wir unseren
Adoptant*innen!
Den vielen lieben Menschen, die ihre Herzen für ehemals rechtlose, im mörderischen, versklavenden Tierausbeutungssystem verlorene Tiere öffnen und sie zu geliebten, wertgeschätzten und beschützten Tieren machen!

Mit euch zusammen wollen wir glücklich zurück auf
alle im Jahr 2020 geretteten Tiere und
zuversichtlich und hoffnungsfroh ins neue Jahr 2021 schauen!

 
Die nächste große Rettung steht schon im Februar 2021 bevor und gemeinsam werden wir wieder vielen Tieren helfen können!

Dankbare Grüße!
 
Euer Team von

Rettet das Huhn e.V.

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(pp.rettetdashuhn@gmail.com)

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