WIR RETTEN LEGEHENNEN AUS MASSENTIERHALTUNG - RETTET DAS HUHN E.V.
WIR RETTEN LEGEHENNEN AUS MASSENTIERHALTUNG - RETTET DAS HUHN E.V.

Aktuelles

Oktober 2021

Unsere Sommerrettungen 2021 -
Von Erkenntnis und Scham...
Liebe Freund*innen von Rettet das Huhn e.V.,
 
In unseren Rettungen im Sommer haben wir in 8 Aktionen insgesamt 8498 Hennen und 51 Hähne gerettet und in eure vielen lieben Hände vermittelt.
 
Bei unserer Rettung im Juni in einer Bodenhaltung in Nrw ist dieser kleiner Film entstanden, der kurz und prägnant zeigt, was wir tun und was Bodenhaltung für Legehennen bedeutet:
 
-Film leider derzeit nicht verfügbar-
Das schriftliche Wort überlassen wir an dieser Stelle dankend der Autorin Carmen Vey. Sie hat die Übergabe der Hühner dieser Rettung in Hannover begleitet und einen wunderbaren, eindringlichen Artikel darüber geschrieben. Dieser ist im Rahmen der Ausstellung “Das Tier und Wir - ein widersprüchliches Verhältnis” im Museum August Kestner Hannover im Museumsmagazin AUgust erschienen und wir dürfen ihn freundlicherweise hier veröffentlichen.
Bitte nehmt euch die Zeit - er ist wirklich lesenswert:
 
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Kennen Sie Hühner? Eine persönliche Begegnung
von Carmen Vey
 
Hühner – haben Sie da auch diese Bilder vor Augen von einer munter gackernden Schar auf einer grünen Wiese? Ein Bauernhaus im Hintergrund und ein etwas verwilderter, aber stimmungsvoller Garten? Im Sonnenlicht leuchtendes braun-oranges Gefieder und blutrote Kämme? Bei mir entstehen solche Bilder im Kopf, vielleicht, weil ich auf dem Land aufgewachsen bin, vielleicht, weil sie in den Büchern meiner Kinder vorkamen – und ja, all die Jahre, in denen ich Eierkartons mit bunten Bildern in meinen Einkaufswagen gelegt habe, haben auch ihren Eindruck hinterlassen.
 
Hühner – so selbstverständlich mit unserer Kultur verbunden! Vor etwa 5.000 Jahren begann die enge Beziehung zwischen Mensch und Huhn, als in Südostasien das Bankiva-Huhn domestiziert und als Fleisch- und Eierlieferant entdeckt wurde. Es fand in der Folge seinen Weg nach Europa und durch die Römer allgemeine Verbreitung. Bis Mitte des letzten Jahrhunderts meistens in bäuerlicher Umgebung in einer Art Lebensgemeinschaft gehalten, veränderte sich mit der Industrialisierung auch die Hühnerhaltung (siehe Beitrag Der Hahn ist tot von Anne Viola Siebert). Sie verschwand aus dem alltäglichen Erleben in die immer größer werdenden Ställe der Massentierhaltung. Heute kennen die meisten Menschen in Deutschland Hühner nur noch als Produkt. Im Supermarkt wählen wir aus: Hühnerfleisch frisch oder tiefgefroren, als Ganzes oder in Teile zerlegt, Nuggets, auf Pizza und in Fertiggerichten. In Regaltürmen gibt es Eier in verschiedener Größe und aus verschiedener Haltungsform und es gibt sie als Zutat in Nudeln, Gebäck, Salaten und Süßigkeiten.
 
Hühner – an diesem Samstagnachmittag werde ich es tun, ich werde lebenden Hühnern begegnen. Der Ort dafür kann einer bäuerlichen Umgebung nicht entgegengesetzter sein. In der großen Industriehalle in Laatzen, Region Hannover, stehen Baumaschinen, Raupen, Bagger, Kräne. Dazwischen ist viel Platz für die Verteilaktion des Vereins Rettet das Huhn e.V., bei der 108 Hennen aus einem Massenhaltungsbetrieb in NRW an ihre neuen Halter*innen verteilt werden. Insgesamt wurden an diesem Morgen 1.300 Hühner von diesem Betrieb ausgestallt und für eine bundesweite Verteilung von dem Verein abgeholt. Ohne diese Aktion wären diese Hennen, 16 bis 18 Monate alt, als Abfall der Massentierhaltung im Akkord und ohne Rücksicht auf brechende Flügel, Beine oder Wirbelsäulen aus ihren Ställen geholt, abtransportiert und maschinell getötet worden. Im Alter von knapp eineinhalb Jahren taugen sie nicht mehr als ‚Legemaschinen‘, denn da lässt die Legeleistung von 300 Eiern pro Jahr etwas nach, sie werden damit für diese Haltungsform unrentabel. Neue Lebewesen ersetzen die entsorgten. Ein erlaubter und gesellschaftlich tolerierter Kreislauf, dem allein in Deutschland pro Jahr über 50 Millionen Legehennen zum Opfer fallen.
 
Seit einer halben Stunde warte ich zusammen mit sieben Mitgliedern des Vereins auf die Ankunft der Tiere. Die große Stahlrolltür der Halle wird geöffnet, ein PKW Kombi rollt herein, im Kofferraum acht Transportkisten mit jeweils einem Huhn. „Kommen die erwarteten 108 Hühner alle in Einzeltransportkisten?“, frage ich mich. Gleich sehe ich, warum diese Hühner einen besonders schonenden Transport hatten.
 
Als die Hennen vorsichtig aus ihren Körben gehoben werden, überrollen mich unterschiedliche Gefühle. Nein, ich habe das diesen Tieren nicht zugefügt und ich habe immer Eier aus Bio-Haltung gekauft! Und so genau habe ich das auch nicht gewusst. Kurz nach diesen gedanklichen Abwehrreflexen bleibt ein Gefühl: Ich schäme mich!
Ich stehe diesen Tieren gegenüber, schaue in ihre Augen, sofern sie noch die Kraft haben, sie offen zu halten. Ich sehe die handgroßen kahlen Stellen im Federkleid, die zerhackten Krallen, die hängenden und nur noch spärlich befiederten Flügel, die wenig mehr als fingerdicken Hälse, die viel zu lang für die ausgemergelten Körper erscheinen. Sie sind zu erschöpft, um Wasser oder Futter aufzunehmen. Da sie kaum noch ein wärmendes Federkleid haben, werden ihnen Umhänge angelegt. Von Umgebungsreizen mit einem Tuch abgeschirmt, kommen diese Kisten mit den Hennen in einen gesonderten Bereich. Später werden sie in die Tierärztliche Hochschule gebracht werden. Dort versucht man, ihnen tierärztlich zu helfen.
 
Laut dem Evolutionsbiologen und Autoren Marc Bekoff haben Hühner als Vogeltiere Schmerzrezeptoren wie der Mensch und alle Säugetiere; sie können deshalb ebenso Schmerz empfinden. Hier im Angesicht der Tiere scheint der wissenschaftliche Erkenntnisweg ein wichtiger zu sein, aber Empathie ist die direktere Erkenntnismethode:
Diese Tiere haben offensichtlich große Schmerzen! 
Das deutsche Tierschutzgesetz untersagt es, Tieren ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zuzufügen oder sie umzubringen. Ich frage mich, wie sich die Realität vor meinen Augen mit diesem Gesetz vereinbaren lässt.
 
Laut dem Hamburger Soziologen Marcel Sebastian könnte dem Tierschutzgesetz zu mehr Durchsetzungskraft verholfen werden, wenn Tierschutzrechte Verfassungsrang bekämen: „Die Anerkennung des Tierschutzes als Verfassungsziel könnte folgenreich sein, wenn auch das Tierschutzgesetz die im Verfassungsrang angelegte Würdigung des sozialen Status der Tiere widerspiegeln würde. Dies ist bisher jedoch nicht der Fall. Aus der Perspektive der Nutztiere ist das bestehende Tierschutzgesetz in keiner Weise Garant für den Schutz ihrer körperlichen Integrität. Die Einschränkung, dass die Tötung von Tieren nur aus vernünftigen Gründen legal ist, führt dazu, dass der Tierschutz mit anderen Systemen gesellschaftlicher Rationalität konkurrieren muss. Solange die wirtschaftliche Tötung von Tieren als ein vernünftiger Grund gilt, bleibt dem Tierschutzgesetz nur, die konkreten Lebens-, Transport- und Sterbensbedingungen partiell zu verbessern, ohne dass es das grundlegende Paradigma der Legitimität der Tiernutzung in Frage stellen kann.“

Julia Helmers von Rettet das Huhn e.V. betont, dass es dem Verein neben der Lebensrettung auch darum geht, über die Eierindustrie und Massentierhaltung aufzuklären. Die Mitglieder des Vereins wollen sich nicht damit abfinden, dass es eine seltsame kollektive Gleichgültigkeit gegenüber dem Tierleid gibt, das sich in den Ställen der Massentierhaltung quasi im Verborgenen abspielt. Tiere scheinen für viele ganz selbstverständlich dazu da zu sein, dass Menschen sie nutzen, ohne dass ein kreatürliches Eigenrecht von Tieren zum artgerechten Leben auch nur in Erwägung gezogen wird. Und viele denken, dass es den Tieren ja auch irgendwie gut geht und sich die Haltungsbedingungen irgendwie verbessern. Julia Helmers beklagt, dass nur wenige Menschen Bescheid wissen über die Lebens- und Todesbedingungen der Legehennen. „Bodenhaltung wird seit Abschaffung der Käfighaltung von vielen Verbrauchern für eine positive und artgerechte Alternative gehalten. Die wenigsten wissen, dass sich dahinter kaum weniger qualvolle Bedingungen für die Hennen verbergen. Wenn Menschen einem lebenden Huhn als Zeugen dieser Qualhaltung begegnen und dann leibhaftig sehen, wie im neuen Zuhause seine Lebensfreude aufblüht, verändert sich etwas im Herzen und im Bewusstsein dieser Menschen.“
 
Doch schon ist meine Aufmerksamkeit wieder in der Halle gefragt. Das Rolltor öffnet sich erneut, ein kleiner Transporter fährt ein. Als die Hecktür geöffnet wird, sehe ich etwa 1,20 Meter lange Transportkisten, zu mehreren übereinandergestapelt. Nun beginnt ein perfekt organisiertes Zusammenspiel zwischen den zwischen den Helferinnen vom Verein und den wartenden zukünftigen Hühnerhalter*innen. Frau Helmers hat in wochenlanger Vorarbeit zukünftige Halter*innen ausgewählt, minutiöse Zeitpläne für Transport und Verteilung entwickelt. Auf dem Hof vor der Halle kommen zu unterschiedlichen Zeiten die Hühnerretter*innen an, betreten einzeln mit einem Transportkorb die Halle und warten, bis die vereinbarte Zahl an Hennen gebracht wird. Die meisten nehmen drei bis fünf Tiere, manche zwölf. Sie haben vorher eine Vereinbarung unterschrieben, dass sie den Tieren artgemäße Haltungsbedingungen garantieren: Neben einem raubtiersicheren, geschützten Stall muss eine Auslauffläche von mindestens zehn Quadratmetern pro Huhn vorhanden sein.
 
Ich sehe den Menschen zu, die die Hennen abholen. Da ist ein älteres Paar, junge Menschen mit Dreadlocks, der Mann in Zimmermannshose, die gestylte Frau mit SUV, unprätentiöse Menschen mit funktioneller Kleidung, das Paar, bei dem gewisse dezente Attribute auf eine Landleben-Begeisterung hinweisen. Ist ein besonderer Typ auszumachen, verbindet sie etwas, außer der Liebe zu Tieren? Der Gedanke, dass es sich hier um Menschen handelt, die möglicherweise ein bisschen naiv und weltfremd durch ihr persönliches Verhalten ‚die Welt retten‘ wollen, geisterte durchaus vor diesem Termin durch meinen Kopf. Ich spreche in den kurzen Pausen zwischen den Zuteilungen die Helferinnen an. Sie wollen etwas tun gegen das Leid der Tiere und nicht hinnehmen, dass „es eben so ist wie es ist“. Da ist ein Vertrauen in die Wirksamkeit ihres Tuns. Die Zuversicht ist stark, zu erreichen, dass durch ihre Arbeit die unterschiedlichen Interessenslagen bei der Tiernutzung deutlicher werden und Entscheidungsprozesse in Gang kommen, ob wir als Gesellschaft wirklich so weitermachen wollen. „Das ist ein bisschen wie David gegen Goliath“, meint eine Helferin und lacht. „Letzten Endes ist die Hühnerindustrie über die ganze Welt vernetzt. So werden die geschlachteten Hühner aus unserer Massentierhaltung auch in afrikanische Länder exportiert und zerstören dort die kleinbäuerlichen Strukturen. Aber wir fangen trotzdem an, das alles nicht mehr zu akzeptieren, was mit den Hühnern gemacht wird, wir fangen einfach hier an.“ Der Erfolg gibt ihnen Recht. Die Initiative begann 2007 mit der Rettung von 500 Hennen aus einem Betrieb direkt in Nordrhein-Westfalen. Mittlerweile hat der Verein knapp 100.000 Hennen ein glückliches Weiterleben ermöglicht. Auf der Website drückt das Zitat eines unbekannten Verfassers aus, welche ethische Maxime die Mitglieder motiviert: „Ein Tier zu retten verändert nicht die ganze Welt – aber die ganze Welt verändert sich für dieses Tier.“ Doch scheint der Verein auch nach und nach ein bisschen die Welt zu verändern: Das Medieninteresse ist groß, der Verein bekommt ständig Anfragen für Radio- oder TV-Reportagen.
 
Inzwischen ist die Verteilaktion in vollem Gang. Erst in zwei Stunden wird sie abgeschlossen sein. Die Helferinnen tragen jeweils einen großen Transportkorb, in dem sich zehn Hennen befinden, in die Mitte der Halle. Auf Zuruf erfahren sie, wie viele Hühner der nächste Abholer, die nächste Abholerin bekommt. Die entsprechende Anzahl wird vorsichtig aus dem Korb entnommen. Die Hennen sind nach der Fahrt gestresst und durstig. Um eine in die Höhe gehaltene Wasserschale versammeln sich zwei bis drei Helferinnen, in ihren Armen jeweils eine Henne. Die Behutsamkeit, mit der die Tiere gehalten werden, die Ansprache in einer beruhigenden Tonlage verbinde ich mit einem Instinkt, den ich auch von mir kenne: Hilfloses Leben schützen. Spontan gebe ich meine beobachtende Rolle auf. Ich streichele vorsichtig Hühnerhälse, beträufele Schnäbel mit Wasser, damit die Tiere, die nur Nippeltränken kennen, merken, dass vor ihrem Schnabel Wasser ist, das ihren Durst lindern kann.
 
Nach zwei Stunden ist die Verteilaktion beendet. Die für die Tierärztliche Hochschule bestimmten Tiere werden in einen PKW geladen. Kai Witt, eine der Helferinnen möchte mir noch ihre Hühner zeigen. Nein, wir müssen nicht irgendwo anders hinfahren. Sie führt mich durch eine Werkstatt auf die Rückseite der Halle und öffnet einen geräumigen Verschlag, von dem eine Tür nach draußen führt. Etwa acht Hühner scharren im Stroh, ein Hahn stolziert zwischen seiner Hühnerschar herum. Gut sehen sie alle aus, mit vollem Gefieder! Munteres Gackern ist zu hören. Kaum zu glauben, dass diese Tiere vor ein paar Monaten zu diesen bedauernswerten Wesen gehörten, wie ich sie eben erlebt habe. Zwei bis vier Jahre können gerettete Hühner noch ein glückliches, artgerechtes Leben führen, und ihre angeborenen Instinkte ausleben. Bei ihren neuen Halter*innen können sie ihre sozialen Bedürfnisse in einer Kleingruppe befriedigen, beim Scharren in der Erde Futter suchen, ein Sandbad zur Federpflege nehmen. Meine Begleiterin strahlt Freude und ein klein bisschen Besitzerstolz aus. Ich erahne, dass die Motivation für die Hühnerrettungen nicht nur der karitative Impuls des Helfen-Wollens ist. In dem Blog auf der Website des Vereins berichten die neuen Halter*innen begeistert über Entwicklungsfortschritte ihrer Schützlinge, über die Neugier der Tiere, die auch vor Terrassentüren nicht haltmacht. Sie unterscheiden die verschiedenen Persönlichkeiten ihrer Tiere und entwickeln besondere Rituale, wie sie miteinander kommunizieren.

Aus einer ‚Legemaschine‘ ist Bella oder Miss Henny Penny oder Happy geworden. Der buddhistische Mönch und Autor Matthieu Ricard, in der Folge von neurowissenschaftlichen Untersuchungen „als der vielleicht glücklichste Mensch der Welt“ bezeichnet, hat eine eindeutige Meinung dazu, was die Grundlage von Glück ist: Mitgefühl anderen Lebewesen gegenüber. Dem Mitgefühl Tieren gegenüber hat er ein eigenes Buch gewidmet.
 
Zeit für mich, nach Hause zu fahren! Ich verabschiede mich von den Mitgliedern des Vereins. Ich bin dankbar, dass ich an diesem Nachmittag ihre Arbeit miterleben konnte! Wird der Verein Rettet das Huhn e.V. ein kleiner Akteur bleiben angesichts einer mächtigen Eierindustrie? Oder wird seine Arbeit dazu beitragen, dass sich die Sicht unserer Zivilgesellschaft auf Tiere ändert und im Zuge dieser Entwicklung Hennen nicht mehr massenhaft als profitable Objekte behandelt werden? Der Soziologe Marcel Sebastian spricht davon, dass wir zurzeit einen kulturellen Wandel in der Mensch-Tier-Beziehung feststellen und wir uns in dieser gesellschaftlichen Dynamik an einem Scheideweg befinden. Wir könnten uns entscheiden, ob wir Tiere vornehmlich als objekthafte Mittel unserer Zwecke behandeln oder als subjekthafte Lebewesen, mit denen wir respektvoll interagieren. Beide Deutungsmuster intensivieren sich seiner Ansicht nach gerade und treten voraussichtlich weltweit in Konflikt. Es liege an uns, diesen Konflikt engagiert und konstruktiv auszutragen.
 
Ich fühle mich nach diesem Besuch bei Rettet das Huhn e.V. jedenfalls in meiner persönlichen Wegrichtung bestärkt. Die Begeisterung und Freude im respektvollen Umgang mit den Hennen, die ich erleben durfte, ist nämlich ansteckend!
 
Zum Nachlesen
Bekoff, Marc 2019: zitiert nach Liz Langley. In: National Geographic, 04.12.2019.
Sebastian, Marcel 2017: Magazin tierrechte, Ausgabe 2/2017, 17.

 

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Wir danken Carmen Vey für diesen wertvollen Bericht. Und wir danken natürlich allen Adoptant*innen, allen beteiligten Tierärzt*innen, Helfer*innen und Unterstützer*innen des besten Teams der Welt, durch die diese Rettungen möglich werden.

 

Tierliebe Grüße!
Euer Team von
Rettet das Huhn e.V.

Oktober 2021

Tadaaaaa... !!!

 

Liebe Freund*innen von Rettet das Huhn e.V.,
 
Wir haben euch in den letzten Wochen viel Wichtiges berichtet:
Openendrettung,
Pflegis, Junghennenschleuse, TV Auftritte, Promihühner, Wer (ei)nkauft, Reste ….
 
Dabei haben natürlich trotzdem unsere vielen Sommerrettungen stattgefunden
und das soll natürlich auch nicht sang- und klanglos geschehen sein!

 

Wir haben von Juni bis September 2021

 

729 Hennen aus Bodenhaltung im Westerwald
1147 Hennen aus Bodenhaltung im Sauerland
1426 Hennen aus Freilandhaltung in Bayern
427 Hennen aus Biohaltung in Baden-Württemberg
3550 Hennen aus Bodenhaltung in Norddeutschland
372 Hennen aus Bodenhaltung in Bayern
847 Hennen aus Freilandhaltung in Niedersachsen und
51 Hähne aus den Betrieben, aus Tierheimen und Notfällen


gerettet und vermittelt!
 


Und nun gibt es etwas Großes zu feiern:

Es ist unsere Juli!


Gerettet im Zuge der Openendrettung am 17.Juli 2021.
Juli kam sehr schwach als Pflegi aus dem Stall, wurde von Ellen aufgepäppelt und
 lebt nun bei ihr in Rheinland-Pfalz. Wer eine Patenschaft für unser Fräulein 100.000 übernehmen und somit auch dauerhaft für alle unsere pflegebedürftigen Hühner da sein möchte, findet Juli hier bei unseren
Patenhühnern.
 
Nun steht unser Counter tatsächlich bei 104.828 geretteten Hühnern!

Wir sind glücklich, ein bisschen stolz und sehr dankbar und melden uns in Kürze wieder bei euch – dann endlich endlich mit einem ausführlicherem Bericht
über unsere Sommerrettungen!

 

Herzliche Grüße,
Euer Team von

Rettet das Huhn e.V.

Oktober 2021

Junghennen Rettungsschleuse:  
Wir brauchen dringend Pflegestellen und finanzielle Unterstützung!

Liebe Freund*innen von Rettet das Huhn e.V.,
 
viele von Euch haben mit großer Anteilnahme unsere Open-End-Rettung im Juli verfolgt.
Die 3550 geretteten Tiere tummeln sich mittlerweile in euren schönen Ausläufen und Ställen, haben Herzen und Gärten erobert, baden wie selbstverständlich in Erde und Sonne und erkunden unternehmungslustig jeden Tag aufs Neue alles, was es zu entdecken gibt. Sie haben das Leid, das sie in den ersten 16 Monaten ihres Lebens durchleben mussten, hoffentlich vergessen und erleben nun nur noch Schönes, Gutes, RICHTIGES.
 
Für uns gab es nach der Open-end-Rettung und dem Abtransport der 100.000, die wir nicht retten konnten, vier Wochen Stille, eine Art Atempause, vielleicht auch eher ein Luftanhalten in der Ruhe vor dem Sturm. Denn wir wussten ja, was kommen würde.
 
Vier Wochen lang stand der Betrieb leer. Dreck, Kot, Staub und Federn waren alles, was von 125.000 Tieren geblieben war und wurden schubkarrenweise hinaus gekarrt, vom Betonboden gepickelt, rausgefegt und weggespült – als könne man das Leid und den Tod, der in diesen Hallen stattfand, ebenso wegfegen, abspülen, desinfizieren und vergessen machen.

Vier Wochen später kamen die neuen Junghennen. 125.000 zarte, goldig-glänzende 4 Monate junge Tiere, die mutterlos in Aufzuchtbetrieben herangewachsen waren, noch nie die Sonne gesehen haben und sie auch niemals in ihrem Leben sehen werden…
 
In großen Rollcontainern aus Gittern wurden sie geliefert und wie schon bei der Einstallung 2019 gab es durch diese Container viele Verletzte.

Die Tiere bleiben mit den Krallen in den Gittern hängen, krallen sich fest, und wenn sie nicht freiwillig aus den Containern herausflattern, werden sie von den Arbeitern herausgezogen, können dabei Brüche an Beinen und Flügeln erleiden, ebenso Schürfwunden, Traumata der Wirbelsäulen und Nervenschädigungen.
Da es auch in den Sommermonaten in Deutschland noch Ausbrüche der Geflügelpest gab und die Schutzmaßnahmen des Betriebs erhöht wurden, durften wir in diesem Jahr an den Einstalltagen nicht selbst nach verletzten und schwachen Tieren in den Hallen suchen, sondern durften nur auf den Hof kommen, um die aussortierten Tiere, die Transport- und Einstallopfer abzuholen. An den drei Einstalltagen waren es 71 Hennen – überwiegend mit Beinbrüchen, geschädigten Wirbelsäulen, Schürfwunden und Kopfverletzungen.
 
In den folgenden Wochen bekamen wir fast täglich 10-20 weitere Tiere, die schwach oder verletzt auf den Kontrollgängen gefunden wurden.
Und so sind es bis heute – sechs Wochen nach der Einstallung - 308 Hennen, die wir abgeholt und versorgt haben.
 
33 von ihnen leben nicht mehr. Sie mussten mit zu schweren Verletzungen eingeschäfert werden.
Die meisten der Übrigen sind zur Zeit noch in Pflegestellen und werden dort gepäppelt und gesund gepflegt, ehe sie umziehen können in ihr For-Ever-Home.
Auch wenn es schmerzt, ihre schlimmen Verletzungen zu sehen, die einzig und allein durch Menschenhand geschehen sind!, muss man sich doch immer wieder klarmachen, dass ihr Leid sie vor noch größerem Leid bewahrt hat. Bei allem Schmerz sind sie die Glückskinder, denen 12 Monate in der Hölle der Bodenhaltung erspart bleiben.
So wird es nun weiter gehen. Bis zur Ausstallung und Schlachtung der 125.000 Hennen im Sommer 2022 können wir mehrmals pro Woche die aussortierten Tiere des Betriebs abholen. Anfangs die Transportschäden mit Brüchen und Traumata, dann die ersten Legenotfälle, die Mobbingopfer und zerpickten Tiere, die Schwachen, durchgehend immer wieder Tiere, die sich in der Anlage in Gittern oder Kotförderanlage eingeklemmt und verletzt haben, die Kannibalismusopfer, in den letzten Monaten zunehmend die Hennen mit zerpickten und entzündeten Kloaken, mit Schichteibäuchen, Legedarmentzündungen und die zu Tode Geschwächten. Alle diese Tiere würden ohne uns sich selbst überlassen in den Anlagen sterben oder von den Mitarbeitern getötet werden. Keins dieser Tiere hätte ohne unsere Rettungsschleuse eine Überlebenschance!
Die Möglichkeit, diese Tiere zu bekommen, ist einmalig und auch die Einblicke, die wir so in das tierausbeutende System bekommen und öffentlich machen können, sind für unsere Aufklärungsarbeit unvergleichlich wertvoll!

Wir brauchen für diese Rettungsschleuse, die wir nun schon seit 2,5 Jahren offenhalten und durch die wir mittlerweile 1569 Tiere retten konnten, immens viel personelle Kraft. Fast alle dieser Tiere müssen zunächst zum Tierarzt und anschließend einige Zeit gepflegt werden, ehe wir sie in ein Zuhause vermitteln können.

Wir suchen daher dringend weitere Pflegestellen,
idealerweise im Umkreis von Hannover, Hamburg und Lübeck.
Folgende Voraussetzungen sind dafür nötig:
 
Du solltest einen möglichst beheizbaren Platz im Haus oder Stall haben, einen warmen Ort, an dem die Tiere in ruhiger Umgebung gepflegt werden können. Die meisten Pflegestellen nutzen Kaninchenkäfige, Welpenausläufe oder Klappkennel, in denen die meist noch geschwächten Tiere gut und sauber untergebracht werden können. Ein Hühnerstall ist in der Pflegezeit nicht nötig, da die Tiere auch im Haus gut untergebracht werden können. Auch eigene Hühner sind keine Voraussetzung. Wir geben natürlich am Anfang Tipps und Hilfe im Umgang mit den Tieren. Die Routine kommt von ganz allein. Wir haben eine Whatsapp-Gruppe, in der sich unsere Pflegestellen austauschen und in der Du jederzeit Fragen stellen kannst und Hilfe findest. Gern stellen wir Dir auch einen Paten an die Seite, der Dir mit Rat, Tat und praktischen Tipps Sicherheit gibt.
Schön wäre es, wenn Du mit einem Auto mobil bist, um nötige Tierarzttermine problemlos wahrnehmen zu können. Natürlich solltest Du Dir bewusst sein, dass ein Tier manchmal ganz plötzlich tierärztliche Hilfe benötigt und man auch mal spontan zum Tierarzt muss. Zeitliche Freiräume sind dafür manchmal nötig.
Eine Sache, derer man sich als Pflegestelle auch bewusst sein muss, ist, dass man sich nach Gesundung des Pfleglings auch wieder von ihm trennen muss. Das ist manchmal nicht einfach, denn es entsteht natürlich eine Bindung. Aber gerade das ist wichtig, denn wir benötigen vor allem Pflegestellen, die kontinuierlich Tiere übernehmen und nicht irgendwann aufhören müssen, weil der eigene Hühnerstall „voll“ mit ehemaligen Pflegehühnern ist.
Wir kommen für die Tierarztkosten und Medikamente auf und erstatten Auslagen, die Dir durch die Pflege entstehen.
Wir sind ein ganz besonderes Team und uns verbindet unsere Tier- und vor allem Hühnerliebe. Wir freuen uns über jeden, der dies mit uns teilt. Komm ins Team!
Eine erfüllende, sinnstiftende Aufgabe mit lieben MitstreiterInnen wartet auf Dich!
 
Bitte melde dich (auch für weitere Fragen) bei :
team-hamburg@rettetdashuhn.de,
wenn du aus Großraum Hamburg/ Lübeck kommst

 
oder bei
julia@rettetdashuhn.de,
wenn du aus Großraum Hannover kommst.
Um diese Rettungsschleuse offenzuhalten, brauchen wir 
vor allem auch sehr viel Geld.
Wir haben in den vergangenen 2,5 Jahren 1569 meist schwer verletzte Tiere abgeholt und um jedes dieser Leben gekämpft. Fast jedes dieser Tiere muss zum Tierarzt, die meisten mehrfach, und viele müssen operiert werden. Selbst wenn sich durchschnittlich 100€ pro Tier nicht viel anhören, summiert es sich durch die hohe Anzahl der Tiere immens. Wir rechnen in den nächsten Monaten wieder mit mindestens 100 Tieren pro Monat und haben große Sorge, wie und ob wir das weiterhin dauerhaft finanzieren können. Uns würde das Herz brechen, wenn wir sie im Stich lassen müssten!
 
Unsere finanziellen Reserven sind durch diese Schleuse aufgebraucht
und wir brauchen dringend Spenden! 
 
Bitte helft uns, damit wir diese Arbeit weiter tun
und alle Tiere weiterhin abholen und versorgen können! 
 Wir haben ein Spendenprojekt auf betterplace.org eingerichtet,
in dem wir Geld für die tierärztliche Behandlung
der Tiere sammeln wollen.
Jede 100€ bedeuten ein Leben!
Natürlich können auch kleinere Beträge gespendet werden!
 
 Alle Spenden, die noch heute eingehen (Matching Mittwoch 6.10.2021) werden von betterplace mit 10% verstärkt. Alle Spenden, die als monatliche Dauerspende eingerichtet werden, werden von betterplace mit 50% verstärkt (nicht nur heute).
Bitte helft uns, damit wir auch weiterhin alles für die Tiere tun und die Tierarztkosten tragen können!
 
Herzlichen Dank und hoffnungsvolle Grüße!
 
Euer Team von
Rettet das Huhn e.V. 

August 2021
Unsere Promi-Hühner

Im August sind 4 unserer Hühner bei Barbara Schöneberger eingezogen.

Wir freuen uns sehr, dass Barbara es wahr gemacht und nach unserer Einladung in die NDR Talk Show selbst vier Damen von uns adoptiert hat.
 
Die vier "Promi-Hühnchen" kommen aus unserer
Open-End-Rettung und mussten als aussortierte Pflegis am Rettungstag zunächst in tierärztliche Behandlung bzw. wurden nach der Ausstallung von uns noch als "Reste" im Stall gefunden.
Anfang August waren sie dann bereit für den Umzug ins neue Zuhause und wurden in einem kleinen Privattransport von Steffi zu Barbara gebracht.
 
Dort haben sie ein wunderschönes Zuhause gefunden, haben sich schon mit den anderen Hühnern und ihrem Hahn befreundet und sitzen auch gern schon zutraulich und kuschelnd auf Barbaras Schoß.
 
Durch unseren Auftritt in der
NDR Talk Show haben wir -zeitlich ideal kurz vor der Open-End-Rettung- auch sehr viele zusätzliche Adoptionsanfragen bekommen und konnten so viel mehr Hühner von dort retten, als wir gedacht hatten.
 
Vielen herzlichen Dank, liebe Barbara, und viel Freude mit den Hühnchen!

Juli 2021

Open End 2021 - Kein Happy End

Wir haben vorgestern über 3400 Hennen gerettet. Es ist eine unglaubliche Zahl und 3400facher Grund für Dankbarkeit und Freude.
Unser Bericht darüber wird noch kommen. Wenn alles vorbei ist. Heute und in den folgenden Tagen ist die Zeit dafür noch nicht. Heute Nacht und in den folgenden werden alle sterben, die wir nicht mitnehmen konnten. 120.000 Hennen, die ein Jahr in der Hölle hinter sich haben, deren ausgemergelte, verletzte Körper und verstörte Äuglein wir vorgestern von Angesicht zu Angesicht sehen und zurücklassen mussten. 
Wir sind hilflos und gelähmt, unsere Kerzen brennen und alle weinen.

Julia hat ihre Gefühle aufgeschrieben. Sofern das möglich ist… :
Es ist Montag Abend, der 19. Juli 2021, und ich sitze hier und weine…
Die letzten Tage waren so schwer, so durchwachsen von allen Gefühlen… Trauer, Wut, Schmerz, Angst, aber auch Freude für die, die wir retten konnten. Wir haben die letzten Tage vermittelt wie verrückt, bis tief in die Nacht hinein und sind am nächsten Morgen wieder zur Arbeit gegangen, als sei alles so wie immer. Wir konnten somit unsere Zahlen innerhalb einer Woche von 1600 auf 3600 Leben erhöhen! 
Mehr als wir je gehofft hatten…
Gerade jetzt, in diesem Moment sind die polnischen LKWs auf dem Hof und holen sie, unsere Hühner, unsere Schützlinge. 
 
Wisst ihr eigentlich wie es ist? Habt ihr eine Ahnung?

Ich habe schon viele Rettungen mitgemacht und bin hart im Nehmen, ich habe immer funktioniert, aber dieses Mal ist es anders, diese Rettung ist anders.
Wir müssen entscheiden, wer mit uns darf, müssen entscheiden, nach wem wir greifen und nach wem nicht. Wenngleich auch 3600 gerettete Leben so viel klingt und so viel ist….: da sind sie, unsere 120.000 anderen, die wir so lieben und die wir doch nicht retten können. Ich entschuldige mich immer wieder bei ihnen und hoffe, sie spüren, dass ich sie von Herzen liebe, jedes kleine winzige Seelchen.
Wer ist bei ihnen und passt auf sie auf? Wer begleitet sie und tröstet sie auf dem Weg in den Tod? Sie sind hilflos den Mitarbeitern des polnischen Schlachthofs ausgeliefert.

Draußen auf dem Rasen sitzen mein Fienchen und meine Fiona, die riesiges Glück hatten. Ihre tiefen Pickwunden beginnen schon jetzt ein bisschen zu heilen und sie können erstmals in Frieden fressen, sie sitzen in meinem Garten und zupfen mit ihren unbeschreiblich zarten Freudentönen die ersten Grashalme ihres Lebens.

Ihre kleinen Körper wiegen nur noch ein einziges knappes Kilo. Zu Tode geschwächt und lebensmüde wurden sie vorgestern von unseren fleißigen Stallläufern aus dem Stall getragen, sie konnten diese Zustände nicht weiter ertragen, ihre kleinen Körper konnten nicht mehr…
 
Noch in den kleinen Boxen, in die wir unsere Pflegis während der Rettung setzen, breiteten sie ihre zarten Flügel aus und fühlten das erste Mal die Sonne… wir gaben ihnen Infusionen, um ihre kleinen von Wunden gezeichneten Körper zu stabilisieren. Mit ihnen kamen unzählige andere Pflegis, auch die, die wir nur noch halten konnten, um sie auf ihrem letzten Weg zu begleiten… Dani sagt: „…ein Huhn muss einmal im Leben die Sonne sehen“.
Und so saß ich während den Stunden der Rettung mit vielen Hühnern minutenlang in der Sonne, bis sie langsam und friedlich und ohne Leid gehen konnten. 
Unsere tapfere Tierärztin Christin musste an diesem Tag mit uns zusammen so oft diese Entscheidung treffen. Sei es bei der kleinen Henne, die bereits eine stinkend-infizierte Wunde bis auf den Knochen hatte, sei es bei der armen Henne mit dem abgerissenen Bein, wo alles Gewebe von Hämatomen gekennzeichnet war, sei es bei der kleinen Karla, die wir noch auf der Rückfahrt euthanasieren mussten, da sie zu ersticken drohte. Ich weiß nicht wie, aber wir funktionierten. Bis jetzt, jetzt wo wir wissen, dass sie da sind, die „Höllentransporte“. Sie holen sie aus der Hölle und bringen sie in den Tod. Nicht friedlich, tröstend und erlösend. Sondern brutal, ohne Rücksicht und im Akkord.
Ich weiß nicht, wieviel gebrochene Knochen, Wunden, ausgestülpte Kloaken und dicke Bäuche in den Boxen landen werden, ich weiß nicht wieviel Tiere, die um Luft ringen, in diesen Boxen ersticken werden, weil sie noch nicht einmal mehr den Hals recken können.
Könnt ihr euch vorstellen, wie es sich anfühlt, am gebrochenen Bein gerissen zu werden, wie es sich anfühlt fast zu ersticken, wie sich Todesangst anfühlt?
Nein? Ich kann es auch nur erahnen und an nichts anderes mehr denken. Ihr Menschen wollt es nicht hören, sehen oder lesen, ihr verschließt die Augen vor der Realität, all dieses liegt in EURER Verantwortung. Ihr wollt diese Details nicht wissen? Wie ist es wohl, im Gitter fest zu hängen, sich dabei Extremitäten abzureißen, zu brechen und zugleich zu verdursten? Es sind Horrorgeschichten die ich mir da ausdenke, das höre ich so oft. Ich wünschte, es wäre so! Ich schreibe mir hier gerade von der Seele, was ich mit eigenen Augen gesehen habe. Ich dramatisiere nichts, es ist die bittere Realität, die diese Art der Haltung mit sich bringt. Selbst wenn die Mitarbeiter des Betriebes versuchen, die Tiere zu finden, die schwach, krank oder verletzt sind, es ist einfach nicht machbar, man kann sie nicht finden, wir reden nicht von 125, nicht von 1250, nein, wir reden von 125.000 Tieren!!!
Eine Zahl, die ich mir in Hühnern überhaupt nicht vorstellen kann!

Hinter diesen Zahlen verbirgt sich in jedem einzelnen eine kleine einzigartige Seele, jedes ist auf seine Art ganz besonders.
Ich werde diesen 17. Juli 2021 niemals vergessen, werde niemals vergessen, wie sich die Türen schließen und wir die restlichen Tiere zurücklassen:

Nach einer langen Arbeitswoche, nach Vermittlung am Feierabend bis zum Umfallen, starten wir am Samstag um 4 Uhr in der Frühe, nicht in einen Urlaub, nicht in ein Vergnügen, nicht um uns etwas Gutes zu tun. Wir starteten, um zu helfen, dort wo die Ärmsten der Armen sind, dort wo die eingesperrt sind, die keine Lobby haben. Wir alle, die auch einen anstrengenden Job haben und statt zur Hühnerrettung auch an den Strand fahren könnten. Aber wir entscheiden uns für die Hühner. Wir wissen, dass dieses Mal alles anders sein wird, dass wir diesen Mal kein Happy End verkünden können, dass uns diese Ausstallung an unsere Grenzen bringen wird.

Bereits auf dem Hof stinkt es abscheulich, nach Kot und Dreck und Tod, obwohl doch die schweren Metalltore noch fest verschlossen sind. Wie mag es erst da drinnen sein? Die Türen öffnen sich und kleine wunderbare Knopfaugen blinzeln neugierig ins Tageslicht. Ängstlich laufen sie dann vor uns davon, verstecken sich und fliehen in die Gitteretagen, sie können nicht wissen, dass wir sie ins Leben bringen wollen. 
Es sind doch so einzigartige, kleine Lebewesen, sie sind doch nicht anders als Hund oder Katze! Aber würden wir ein Leben in so einem Gefängnis auch „Haustieren“ wie Hunden zumuten? Ich denke nicht…. Daher schuf der Mensch das Unwort „Nutztier“, diese eine Silbe, die zu legitimieren versucht, dass man bestimmte Wesen ausnutzt und benutzt!
Vor jeder Halle sind diese unheimlichen Tore, diese großen schweren Metalltüren, die dafür sorgen, dass bloß niemand mitbekommt, welch Elend hinter diesen Türen stattfindet! Es ist eine Halle, eine Halle trostlos, dunkel, nur bestehend aus Gitter und Dreck, es gibt nichts, gar nichts, was ein Huhn zum Leben braucht. Es gibt keine Ruhe, keine Sozialstruktur, keine Sonne und kein Sandbad, das ihr Gefieder schützt. Sie haben ja noch nicht mal mehr ein Gefieder.

Ich habe die Schreie in meinen Ohren, diese Schreie voll Angst und Schmerz, die man nie vergisst.

Ihr könntet es nicht ertragen?
Dann hört auf, diesen Wahnsinn zu finanzieren!  Kauft keine Eier! 
Es sind nur scheiß Eier, verdammt nochmal!! Niemand MUSS Eier haben, um zu leben! Der pure Egoismus ist es, der dieses System am Laufen hält! Ihr dürft über euer Leben entscheiden, nicht aber über das Leben anderer!
Dieses Recht habt ihr/haben WIR Menschen NICHT!

Ich versuche, Entschuldigungen zu finden, damit ich mit Menschen auskommen kann. Vielleicht wissen sie es nicht besser…? Aber nein, sie wissen es! Wir berichten darüber, ich erzähle davon, aber sie WOLLEN es nicht wissen. Sie wollen nichts verändern, um andere zu schützen. Es ist ihnen egal, denn ihnen geht es gut. Sie müssen ja nicht hungern, dursten, oder mit unsagbaren Schmerzen dahin vegetieren. Das tun die anderen, die, deren Frühstücksei sie vielleicht beim glücklichen Familienfrühstück am Sonntagmorgen essen.. vielleicht lebt diese Henne noch, vielleicht auch nicht, vielleicht stirbt sie gerade, vielleicht reißt ein schlecht bezahlter Leiharbeiter sie gerade an den Beinen oder am Hals aus den Gittern und wirft sie in eine Box - wen kümmert es?

Niemand will verzichten. Aber ist es denn Verzicht, wenn ich mit meinem Verhalten Leben retten kann? Ist es nicht ein Gewinn? Tut es nicht auch meiner Seele gut, wenn ich, mit einer für mich nur kleinen Änderung, Leben rette, die Nachfrage nach diesen Produkten senke? Ist es Verzicht, im Supermarkt zu Nudeln oder Keksen ohne Ei zu greifen? Ist es Verzicht, wenn ich eine Streichcreme anstatt Eiersalat wähle? Nein, es ist kein Verzicht! Es ist einfach unsere Gewohnheit und Bequemlichkeit, die aber die oben beschriebenen unverzeihlichen Konsequenzen zur Folge hat!

ICH kann dieses nicht ertragen!
Wie oft werde ich als verrückte Hühnerfrau belächelt, wie oft verspottet für das, was ich tue, wie oft wird mir unterstellt, dass ich selbst Schuld bin, wenn es mir schlecht geht, solle ich mir das doch nicht antun und mich nicht mit dem Leid konfrontieren!
Und dann? Wer hilft diesen Tieren dann? Dann schau auch ich weg, wie es die meisten tun?
Aber ich bin nicht allein, ich habe das BESTE TEAM DER WELT, MEIN Rettet das Huhn Team! Ich bin nur ein kleiner Teil davon, inmitten von großartigen Kolleg*innen und meinem perfekten Helferteam, allein könnte ich niemals so viel schaffen! Viele sind bereits enge Freunde geworden, mit denen ich gemeinsam kämpfe.
Und auch jetzt sitzen wir alle Zuhause, weinen und haben eine Kerze für unsere Hennen angezündet, die wir nicht beschützen konnten. Und auch wenn wir jedes Mal ein Stück zerbrechen, hören wir nicht auf. Es ist genau das, was ich will. Tiere retten. Oder wie so treffend auf Knuds T-Shirt stand: Eat, sleep, save animals, repeat.

Danke an das gesamte Team, an den Vorstand, das Team vor Ort, das das komplette Jahr Unglaubliches leistest, danke an „mein“ Team und meine Freunde ( Chistin, Anja, Helge, Svenja und wie sie alle heißen ), danke an alle Vermittlerkolleg*innen und auch an Kai und ihre Angestellten, die uns so sehr bei den Fahrten und der Übergabe unterstützt haben! Wir machen weiter!
Julia
 
Heute gibt es kein Happy End. 

 

Mai 2021

 

Tausendschön

Am 24.Mai holten wir das 1000. Huhn aus unserer Junghennen-Rettungsschleuse ins Leben. Hier geht es zum Bericht.

April 2021

 

Erfolgreiche Rettung von 2680 Hennen und 35 Hähnen im April  

Nun ist der Frühling in vollem Gange, die Stallpflicht endlich aufgehoben und wir freuen uns mit jedem Tag für die Hennen aus unseren Rettungen im April, für die dieser Frühling der erste ist – der erste wahre Frühling.

Die ersten Tage und Wochen ihres Lebens, die das Wort Leben verdienen.
Die ersten Grashalme ihres Lebens, die ersten Sandbäder, das erste wohlige Strecken der Flügel - der Sonne entgegen, die warm und tröstend ihre geschundene Haut berührt.

Jede neugierige Erkundung, jeder erstaunte, erfreute Laut, jedes befreite Schlagen der Flügel, jedes eifrige Scharren in der Erde, jede ihrer Gesten und ihres eifrig-fröhlichen Tuns strahlt ihre unbändige Lebensfreude aus.

Aus drei Legehennenbetrieben in Niedersachsen, Baden-Württemberg und Bayern holten wir im April insgesamt 2680 Hennen und 35 Hähne, die normalerweise nach einem Jahr der „Nutzung“ getötet worden wären.

350 liebe Adoptant*innen schenken ihnen nun ein glückliches Leben. Eine von ihnen ist Simone W., die uns die schönen Fotos dieses Berichts geschickt und folgende kurze Nachricht über den Einzug der kleinen Glücksbringer geschrieben hat:

 

"Liebes Rettet das Huhn Team,
erstmal müssen wir Euch danken für diese wunderbare Erfahrung, die wir durch Euch machen dürfen. Hühner sind einfach toll!!! Sie erkennen uns nun bereits an unserem Gang und man kommt kaum rein, da alle am Eingang stehen und gackernd auf einen warten. Sie helfen überall mit ;-) beim Misten, beim Beet Umgraben und natürlich beim Futter Auffüllen.....
Sie sind total zutraulich geworden und genießen es, wenn man bei ihnen ist. Sie zu beobachten, wie sie sich im Sand wälzen und alle Federn der Sonne entgegen strecken, ist einfach nur toll mit anzusehen…." 

 

So ist es. Es macht süchtig und glücklich, ihnen bei ihrer Freude zuzusehen.
Einen empathischen Menschen kann das Glück, das diese ehemals todgeweihten Tiere ausstrahlen, nur anstecken.
Und gleichzeitig kann es uns uns nur schämen lassen für das, was wir Menschen den Tieren auf dieser Erde antun.
Wenn auch ihr Platz in euren Herzen und in euren Gärten habt und einigen Legehennen aus der Massentierhaltung ein Leben und ein Zuhause schenken möchtet, meldet euch bei uns.
Die Vermittlung für unsere Sommerrettungen ist in vollem Gange und viele, viele Tiere warten auf ihre Rettung. Hier findet ihr alle Infos zur Vermittlung.

Wenn auch ihr etwas gegen die Ausbeutung der Tiere tun möchtet, nutzt eure Macht als Verbraucher:

 

Sagt NEIN zum Ei! 

 

Euer Team von Rettet das Huhn e.V.

März/April 2021

 

Geschenkaktion zu Ostern:
Verschenke unser OSTERN(EI)N
Liebe Freund*innen von Rettet das Huhn e.V.,
 
Ihr seid noch auf der Suche nach einem tierleidfreien Ostergeschenk?
Verschenkt in diesem Jahr ein Rettet das Huhn Ostern(EI)n!
 
Gerade zu Ostern - dem sogenannten Fest des Friedens - sind die verlogenen Bilder flauschiger Küken und glücklicher Lämmer auf grünen Wiesen allgegenwärtig - und verführen zum Kauf von Produkten voller Tierleid und Qual: Ermordete Tierkinder als Osterbraten, Schokohasen aus der Muttermilch gequälter Kühe, denen Jahr für Jahr ihr neugeborenes Kind entrissen wird und die buntgefärbten Eier der Legehennen, die in ihrem traurigen Leben in Anlagen aus Beton und Gittern niemals das Tageslicht sehen, niemals Sonne, Erde oder Gras kennenlernen und nach einem entbehrungsreichen Jahr in qualvoller Enge getötet werden…
 
Helft uns mit eurem Ostern(EI)n, Tiere aus der Legehennenindustrie nach der Zeit ihrer Ausbeutung zu retten, tierärztlich zu versorgen, zu heilen, zu trösten und das Erlebte vergessen zu machen!
Helft uns, diese Tiere durch unsere Rettungsaktionen als lebende Zeugen der Massentierhaltung ans Licht zu bringen, die Qualen, die den Tieren angetan werden, öffentlich zu machen und immer mehr Menschen ins Bewusstsein zu rufen, wie viel Leid der Konsum von Eiern und eienthaltenden Produkten für die Tiere bedeutet!
Für jede Spende mit dem Verwendungszweck “Osternein” senden wir euch pünktlich bis Ostersonntag euer
Rettet das Huhn - Ostern(EI)n
als schöne, personalisierbare Geschenkdatei.
Bitte habt Verständnis, dass wir den Mindestspendenbetrag mit 10€ festlegen müssen.
 
Unsere Ostern(EI)n - Geschenkaktion läuft bis zum 3.April 2021
Ostern(EI)n per Überweisung:
 
Kontoinhaber: Rettet das Huhn e.V.
IIBAN: DE80 4605 0001 0001 2700 40
BIC: WELADED1SIE
Sparkasse Siegen
Verwendungszweck: OSTERNEIN und deine EMAILADRESSE
 
Hinweis: Nur für Zahlungseingänge bis zum 3.April 2021 können wir rechtzeitig bis Ostersonntag dein persönliches Osternein versenden!
 
Wir wünschen Euch eine friedliche und fröhliche Osterzeit!
Denkt an die Tiere und seid FÜR sie da!
 
Sagt Nein zum Ei!
 
Euer Team von
Rettet das Huhn e.V.

März 2021

 

Über unsere Bodenhaltungsrettung im Februar 
 "Meine Kinder bringt das zum Weinen..."
Liebe Freund*innen von Rettet das Huhn e.V.,
 
Im Februar fand unsere Rettung in der Bodenhaltung in NRW statt und heute - knapp 2 Wochen später finden sich schon die meisten der geretteten 1398 Hennen gut und mit wachsendem Selbstvertrauen in ihren liebevoll vorbereiteten Hühnerzuhausen zurecht.
Meist noch in geschütztem Raum und oft noch mit wärmenden Pullis haben diese kleinen tapferen Seelchen sich vieles schon erobert, was für ein glückliches, erfülltes Hühnerleben normal sein sollte. 

Für sie ist es -nach 17 grausamen Monaten in der Massentierhaltung- aber noch Wunder und für uns sind die Bilder von den ersten Schritten in ihr gerettetes Leben die Quelle der Kraft für unsere Arbeit.

 

Mit unserem besten Team der Welt lief die Ausstallung der 1398 Hennen zügig und gut geplant. Der entsetzliche Zustand, in den die Tiere innerhalb eines Jahres in der Bodenhaltung physisch und psychisch gebracht werden, ist uns leider gut vertraut und lässt uns doch jedes Mal wieder den Atem stocken.

Aus einem klaustrophobisch engen, dreigeschössigen Gitteretagensystem, aus beißendem Gestank und stickiger, staub- und dreckdurchsetzter Luft trug unser Stallteam sie durch die dunklen, fensterlosen, schmalen Gänge hinaus in die Morgensonne eines strahlenden Wintertags.

Dort übernahm unser Boxenteam, untersuchte jedes Tier einzeln und schnell mit geübten Griffen.
Kloake in Ordnung? Bauch unauffällig? Füße, Haut, Augen, Schnabel und Beine heil? Der kleine, ausgemergelte Körper noch ausreichend kräftig für die Reise ins Leben? So kamen sie in unsere normalen Transportboxen und wurden von unserem fleißigen Beladungsteam auf die Hänger verladen und sicher verzurrt.

69 Tiere mussten wir bei diesem Schnell-Check aussortieren und sofort in unserer mobilen Pflegistation erstversorgen: Hennen mit offenen Wunden durch Kannibalismus, mit schmerzhaften Legedarmkomplikationen, Schichteiern, im Legedarm zerbrochenen Eiern, zerpickten Kloaken und Kloakenprolapsen, entzündeten Ballenabszessen, gebrochenen Beinen und Zehen usw. usw.

Und insbesondere am Ende - als die Käfige fast leer waren- kamen wie immer die Schwächsten ans Licht: Bis aufs Skelett abgemagerte Tiere, die kurz vorm Verdursten oder Verhungern schon tagelang in den hintersten Winkeln versteckt gelegen haben mussten, zerpickt von den Schnäbeln der verzweifelten Artgenossinnen, zu schwach, um noch an Futter und Wasser zu gelangen, die Reste ihrer kleinen Körper schon so kalt und das ganze Tier nur noch Hunger, Durst und Angst.

Infusion um Infusion verabreichte unser Pflegiteam, wärmte, tröstete, gab Schmerzmittel und versorgte so gut es nur ging.

Nach drei Stunden war der Stall, das Gefängnis, der Ort dieses Grauens leer und wir starteten mit den Hennen in ihr neues Leben.
291 liebe Menschen nahmen sie an den Übergabeorten in Niedersachsen, Nrw, Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland gerührt und voller Zuneigung in Empfang und zeigen ihnen nun jeden Tag das Leben.
 
42 Tiere mussten wir direkt vom Stall aus zur akuten Versorgung zu Tierärzt*innen bringen, die uns schon erwarteten und ihre Stationen und Wochenenddienste extra für unsere Hennen eingerichtet hatten.
27 weitere in nicht ganz so bedrohlichem Zustand blieben nach unserer Erstversorgung in Pflegestellen, von denen aus sie in den folgenden Tagen in tierärztliche Behandlung gehen würden.
 
Eine solche Pflegestelle und treues Mitglied unseres Teams ist Anja. Nach dem langen Rettungstag am Samstag saß sie am Sonntag morgen wieder im Wartezimmer der tierärztlichen Hochschule in Hannover und schrieb dort diese Zeilen:
Es ist Sonntagvormittag, grau, ein richtiger Sofasonntag… Aber ich sitze mit einem kleinen, halbnackten Hühnchen, einem zusammengekauerten Bündel, mehr tot als lebendig im Wartebereich der Tierklinik. 14 schwerkranke, entkräftete, verletzte Hennen haben wir gestern Abend bereits hier abgegeben. Noch leben alle. 
Meine kleine Henne auch, sie atmet noch schwach. Gestern war sie noch stabil und ich nahm sie mit nach Hause. Rotlicht, Futter und Wasser standen in einem weichen, ruhigen Käfig für sie bereit. Nur für sie. Sie sollte das erste Mal erfahren, was Fürsorge ist, dass man sich ihrer annimmt. Sie ist nun ein Lebewesen mit einem Namen – May.
Heute Morgen ging es ihr noch schlechter als gestern. Sie trank nur und stand mit hängendem Köpfchen und geschlossenen Augen da. Ein Bild des Jammers, meine Kinder bringt das zum Weinen.
Ich habe schon einige Hühner gesund gepflegt, aber so schlimm war es noch nie…
Und nun sitze ich hier, während andere Familien gerade frühstücken und sich ihre Frühstückseier schmecken lassen.
Ein Ei, Massenware. Aus Bodenhaltung zum Schnäppchenpreis von 11 Cent das Stück… Schön günstig soll es sein, das Frühstücksei, dann kann man auch mal 2, 3 essen und Ostern noch mehr.
…und ich sitze hier mit einem kleinen Geschöpf, das zu schwach ist, sein Köpfchen zu heben, zu schwach, um zu stehen und nun zu schwach, um das nächste Ei nach 13 Monaten täglichem Eierlegen, noch aus seinem Körper zu pressen.
Ich kann nicht aufhören, über ihr bisheriges Leben nachzudenken. May hat 17 Monate lang die Hölle erlebt. Mit 9 anderen Hennen pro Quadratmeter und mehreren Hundert in einem „Abteil“ aus Eisenstangen und Gittern, nein nein, niemand sagt Käfig, denn Käfighaltung ist ja verboten!
1 qm für 9 Hühner, auf Gittern, ohne Tageslicht, bei beißender Luft, Dreck, Enge und Lärm. Kein Scharren, kein Sandbad, keine natürliche Rangordnung, wer zu schwach ist, kommt nicht mehr an Wasser und Futter und verdurstet im schlimmsten Fall. Realität in der Bodenhaltung. Die Idylle vom dick mit Stroh eingestreuten, sonnendurchfluteten Stall, die gibt es nicht, auch wenn uns das die Bilder auf der Eierpackung glauben lassen wollen. Nicht für den Großteil der Hühner, die täglich die Eier produzieren, die z.B. in Kuchen und Keksen, Nudeln, Mayonnaise, Eiweißshakes, in der Panade vom Fertigschnitzel und natürlich auf dem Frühstückstisch landen.
Der Verbraucher hat es in der Hand, jeden Tag, wenn er im Supermarkt oder beim Bäcker einkauft oder im Restaurant isst. Muss es unbedingt Ei sein? Ein Kuchen schmeckt auch ohne Ei, vegane Alternativen gibt es mittlerweile in jedem Supermarkt...

  

May hat es zumindest geschafft, aus der Hölle lebend zu entkommen, viele Millionen Hühner haben dieses Glück nicht.
 
Nun muss sie sich ins Leben kämpfen. Ich wünsche mir für die kleine, zarte, zerbrechliche May, dass sie gesund wird, die Sonne sieht, Gras unter ihren Füßchen spürt und endlich Huhn sein kann. Ich möchte sie im Sand baden sehen, picken und Regen schmecken. Dafür sitze ich heute hier, statt mit meiner Familie am Frühstückstisch – ohne Ei-…
Eure Anja mit May
Herzlichen Dank an alle Adoptant*innen, an unsere Tierärztin Dana Ströse aus Warendorf, Tierarzt Burkhard Sudhoff aus Mönchengladbach, Dr. Legler und das Team der Vogelklinik der Ti Ho Hannover, an alle Helfer*innen und Unterstützer*innen unserer Arbeit!

 

Euer Team von Rettet das Huhn e.V.

Januar 2021

 

Unser Dank für 2020!

Unsere Zuversicht für 2021!

Liebe Freund*innen von Rettet das Huhn e.V.,
 
ein denkwürdiges, verunsicherndes Jahr 2020 liegt hinter uns, in dem wir Menschen mehr denn je mit uns Menschen selbst beschäftigt waren.
Ein winziges Virus offenbart unsere Verwundbarkeit und unseren Irrtum, unserer Spezies eine „Allmächtigkeit“ auf dieser Erde zuzusprechen, mit der wir brandschatzend, raubbauend und mordend der Natur und unseren Mitgeschöpfen begegnen dürften.
Der Zusammenhang der Pandemie mit unserem verantwortungslosen, zerstörenden Umgang mit unserer Welt und unseren Mitgeschöpfen, insbesondere in der intensiven Tierhaltung und Tierausbeutung, liegt klar ersichtlich auf der Hand… Und was tun wir? Lernen wir endlich daraus? Fangen wir endlich an, weiter zu denken und mehr zu tun als uns nur um uns selbst und die Einschränkung unserer Freiheiten zu sorgen?

 

Für die Milliarden der von uns Menschen versklavten, ausgebeuteten, missbrauchten, gequälten und ermordeten Tiere war dieses Jahr so grausam und todbringend wie jedes andere zuvor. Für sie wäre am Jahreswechsel ein Blick zurück genauso wie ein Blick nach vorn immer nur ein Blick auf Angst, Tod, Verzweiflung und Leid. Für sie gibt es keinen Unterschied.
 
Um weiter gemeinsam für die Tiere zu kämpfen und für sie stark zu bleiben, brauchen wir aber gute Gedanken und Zuversicht und darum möchten wir euch einen dankbaren, wunderbaren und hoffnungsvollen Rückblick auf das Jahr 2020 schenken:


Wir haben im Jahr 2020 mit eurer Hilfe 14.869 Tieren das Leben gerettet!
Das sind so viele Tiere wie in keinem Jahr zuvor!

In 20 großen Rettungen holten wir 13.366 Legehennen aus Massentieranlagen und bewahrten sie so nach ihrem Leben in der Ausbeutung vor ihrem grausamen Tod im Schlachthof!
Hinzu kamen 1.321 Hennen, die wir in sogenannten „kleinen Rettungen“ aus anderen Notsituationen, Beschlagnahmen, schlechten Haltungen u.ä. übernahmen, versorgten und in schöne Plätze vermittelten.
Und nicht zuletzt konnten wir 192 Hähne (aus den Betrieben, ausgesetzte Hähne, aus Tierheimen, Beschlagnahmen u.ä.) retten und in sichere Hände geben!

 

Wir danken euch von Herzen für die tatkräftige, treue und tierliebe Unterstützung, die die Rettung jedes einzelnen dieser Tiere

möglich gemacht hat!

Exemplarisch für die Arbeit und die vielen kleinen und großen Rettungserlebnisse des Jahres 2020 möchten wir euch an dieser Stelle über den Dezember 2020 berichten, in dem noch viel geschehen ist:


5.Dezember 2020
 
Anruf aus „unserem“ „Bodenhaltungsbetrieb Nord“, dessen Mitarbeiter*innen uns aussortierte Hennen aus dem laufenden Betrieb überlassen, die auf Kontrollgängen gefunden und normalerweise getötet oder einfach sterben gelassen werden würden.
Wir holen 3 Hennen ab, bringen sie zum Tierarzt, versorgen und bringen in Pflegestellen unter:
1 Henne mit entzündetem Fuß
1 unterentwickelte, geschwächte Henne
1 Henne mit Ballenabszess.


6.Dezember 2020

 

Anruf Bodenhaltungsbetrieb Nord: Wir holen und versorgen 2 Tiere:
1 Henne mit Oberschenkelbruch – wird operiert,
1 Henne mit Trümmerbruch – muss euthanasiert werden.

 

Ausstallung Bremen: Wir übernehmen 137 Hennen aus Bodenhaltung,
darunter 6 verletzte oder sehr schwache „Pflegis“ und übergeben sie gemeinsam
mit 1 Notfall-Hahn an viele liebe Adoptant*innen.

Besonders ging uns der Anblick diese kleinen Henne ans Herz.
Als der Stall sich nach und nach leerte, saß sie einfach so da, wie schlafend, zuvor versteckt unter der Masse ihrer Artgenossinnen… Björn hob ihren kleinen Körper hoch. Kein Herz schlug, kein Äuglein öffnete sich mehr… Für sie waren wir zu spät gekommen. Sie musste in der Nacht vor unserer Ankunft gestorben sein.
 
Ausstallung Hunsrück:
Wir retten 215 Hennen und einen Hahn aus einer Freilandhaltung.
7 Pflegis bleiben zur tierärztlichen Versorgung in unserer Obhut bzw. in vorbereiteten Pflegestellen.


10. Dezember
 
Anruf Bodenhaltungsbetrieb Nord: Wir holen und versorgen 7 Tiere.
1 dehydrierte, zu Tode geschwächte Henne – muss euthanasiert werden,
1 Henne mit blutigem Kloakenvorfall
1 Henne mit Zehenverletzung – Zeh wird amputiert
3 unterentwickelte, humpelnde Hennen
1 schwache Henne


12. Dezember
 
Ausstallung Westerwald: Wir übernehmen 1394 Hennen aus Bodenhaltung.
43 Tiere mit schweren Zehenverletzungen, Schichteiern, Bauchdeckenbrüchen und ähnlichem werden tierärztlich versorgt und größtenteils operiert.
19 Hähne aus Tierheimen u.ä. transportieren und vermitteln wir mit.
An 22 Übergabeorten erwarten über 300 liebe Adoptant*innen die Tiere und schenken ihnen ein behütetes Zuhause.

Unser „Hahnenparkplatz“. Genau nummeriert und beschriftet warten hier die Gockel auf die Verladung auf ihren Transport, denn nicht jeder Hahn passt an jeden Platz. Deswegen überlegen wir bei der Planung natürlich genau, welcher Hahn am Rettungstag an welchen Platz gegeben wird.

Viele der Hähne müssen unsere Vermittler*innen schon am Vortag der Ausstallung aus Tierheimen o.ä. abholen und als „Übernachtungsgäste“ bei sich beherbergen, um sie dann am nächsten Tag mit auf die große Fahrt ins Glück zu nehmen.

Besonders erschreckend war dieses Mal die große Anzahl an Tieren mit schweren Verletzungen durch Zehenkannibalismus.
Auch in einer anderen, noch jüngeren Gruppe des Betriebs war und ist das ein Problem. Schon in den vergangenen Monaten bekamen wir immer wieder Tiere “zwischendurch” heraus, die der Betreiber mit schweren Fußverletzungen an uns abgab, anstatt sie zu töten.

Unsere fleißige Vermittlerin Steffi F. unterstützt von unserer Sarah hat seit dem Sommer nach und nach 309 solcher noch sehr jungen Tiere abgeholt, Füße verbunden, Zehen amputieren lassen, Wunden geheilt und schließlich fast alle der Tiere nach dem Gesundpflegen als Glückshühner in gute Hände vermittelt.

 

 

 

 

Auch mit einem fehlenden Zeh können die Hühner nach der Genesung ein glückliches Leben führen.

 

 

 

"Bauchoperierte" und "Zehamputierte" geborgen in ihrer Pflegestelle.

13. Dezember
 
Ausstallung Raum Hannover: Von den uns angekündigten circa 120 Hennen aus einem Mobilstall können wir nur noch 60 abholen.

Alle anderen sind in den letzten Wochen vor der Rettung Beuteräubern zum Opfer gefallen. Vergeblich hatte Julia schon im Vorfeld versucht, den Rettungstermin vorzuverlegen, weil der Betreiber von diesen Verlusten berichtete. Leider blieb er hart und wollte sie uns nicht früher abgeben.
Als Julia am Rettungstag mit ihrem kleinen Team früh morgens am Stall ankam, stand in einem Plastikgemüsekorb ein schwer verletztes, völlig unterkühltes Huhn neben dem Stall. Mit blutig zerpickter Kloake hatte der Betreiber sie am Vortag aussortiert und die ganze nasskalte Nacht hindurch in diesem Zustand dort stehenlassen… da wir ja ohnehin kommen würden, hatte er sie einfach dort abgestellt.
Natürlich erklärte Julia ihm (nicht zum ersten Mal) eindringlich, dass er IMMER und SOFORT anrufen solle, sobald er ein krankes oder verletztes Tier hätte und dass wir uns so schnell wie möglich auf den Weg machen und solch ein Tier abholen würden!
Und dass auch dieses Tier dringend gestern schon zum Tierarzt gemusst hätte! Inwieweit diese Worte dieses Mal bei ihm ankamen und Wirkung zeigen, wissen wir nicht… Groß ist unsere Hoffnung nicht.
Das Herz kann einem nur zerbrechen, wenn man sich vorstellt, wie dieses kleine, geschwächte, schwer verletzte Tier die ganze kalte Nacht hindurch ungeschützt und mit Schmerzen dort draußen ausharren musste! Umgehend brachten wir sie in die tierärztliche Hochschule nach Hannover . Sie wurde mit Schmerzmittel und Infusionen versorgt, gewärmt, die Wunde verarztet.

Leider waren wir zu spät und sie starb in der folgenden Nacht auf der Station. Wir können nur hoffen und daran glauben, dass sie trotz allem in diesen letzten Stunden keine Angst mehr hatte, dass sie Geborgenheit und den Schutz der Menschen spüren konnte, die sich nun um sie sorgten, die um sie kämpfen wollten und für die ihr Leben von Bedeutung war.

 

14. Dezember
 
Anruf Bodenhaltungsbetrieb Nord: Wir holen und versorgen 6 Tiere.
1 Henne mit Tumor am Eierstock - muss euthanasiert werden
1 Henne mit verletzter Kloake
2 Hennen mit gebrochenen Beinen - werden operiert
1 Henne mit entzündetem Fuß
1 lahmende Henne mit Nervenverletzung


16. Dezember
 
Anruf Bodenhaltungsbetrieb Nord: Wir holen und versorgen 5 Tiere.

1 Henne mit verletzter, bereits nekrotischer Kloake - wird euthanasiert
1 Henne mit mehrfachem Beinbruch - wird erfolgreich operiert
1 Henne mit Beinbruch
1 schwache, lahmende Henne
1 Henne mit tiefem Schnitt im Zeh

19. Dezember
 
Anruf Bodenhaltungsbetrieb Nord: Wir holen und versorgen 10 Tiere.

1 Henne mit schwer zerpicktem Kopf
4 Hennen mit entzündeten Füßen oder Gelenken
1 Henne mit Beinbruch - wird operiert
1 schwache Henne
2 unterentwickelte, lahmende Hennen
1 zerpickte, stark gemobbte Henne

Ausstallung NRW: Wir holen 315 Hennen aus einer Mobilstallhaltung ab und übergeben sie an 7 Übergabeorten in NRW an 78 liebe Adoptant*innen.
17 Pflegis müssen wir tierärztlich versorgen lassen und in Pflegestellen unterbringen.
3 Hähne aus Tierheimen werden mitvermittelt.

Gleichzeitig findet unsere Ausstallung im Raum Reutlingen statt.
Unser süddeutsches Team holt 348 Hennen aus einer Bodenhaltung ab
, versorgt 13 Pflegis und vermittelt 5 Hähne mit. An 6 Übergabeorten warten 76 Adoptant*innen und bringen die Hennen in gut vorbereitete neue Heime, in denen die Tiere trotz der kalten Witterung in warmen Ställen langsam das nie gekannte artgerechte Leben kennenlernen dürfen.

Besonders glücklich waren wir über diese kleine Henne. Im Gegensatz zu "unseren" anderen Ställen durften wir in Reutlingen nicht selbst in den Stall, um die Hennen herauszuholen, sondern mussten sie vom Stallbetreiber und seinem Personal draussen entgegennehmen. Am Ende der Ausstallung gelang es unserem Nic dennoch, noch einmal durch den leeren Stall zu gehen und genau zu suchen, ob auch kein Tier vergessen wurde. Und tatsächlich fand er in einem Legenest versteckt noch diese kleine verängstigte Henne.
Nicht auszudenken, wenn wir sie nicht gefunden und zurückgelassen hätten! Da alle anderen Tiere mittlerweile verladen und gesichert waren, durfte die kleine Nic -wie wir sie nannten- kurzerhand auf einem Sonderplatz im Fahrgastraum in ihr neues Leben fahren.

 

22. Dezember
 
Anruf Bodenhaltungsbetrieb Nord: Wir holen und versorgen 6 Tiere.

1 unterentwickelte, lahmende Henne
1 Henne mit großer Schürfwunde an der Seite
1 Henne mit schwerem Ballenabszess- wird operiert
1 Henne mit Zehenverletzung - wird amputiert
1 dehydrierte, unterernährte Henne - stirbt kurz nach der Übernahme in unseren Händen
1 Henne mit Nerventrauma - muss nach einigen Tagen trotz aller Maßnahmen euthanasiert werden

 

25. Dezember

Anruf Bodenhaltungsbetrieb Nord: Wir holen und versorgen 6 Tiere.
3 unterentwickelte, lahmende Hennen
1 Henne mit großem Schichtei und Aszites - wird operiert
2 schwache Hennen

26. Dezember
 
Anruf Bodenhaltungsbetrieb Nord: Wir holen und versorgen 5 Tiere.

1 unterentwickelte, lahmende Henne
1 schwache Henne
2 Hennen mit Zehenverletzungen - werden amputiert
1 Henne mit Schichtei - wird operiert


27. Dezember

 

Anruf Bodenhaltungsbetrieb Nord: Wir holen und versorgen 7 Tiere.
2 unterentwickelte, lahmende Hennen
1 Henne mit riesigem Schichtei (Gewicht der Henne vor OP über 2,9kg!!) -wird operiert
3 Hennen mit verletzten Zehen
1 Henne mit verletztem Bein

 

29. Dezember
 
Anruf Bodenhaltungsbetrieb Nord: Wir holen und versorgen 5 Tiere.

1 zerpickte Henne mit Beinverletzung
1 dehydrierte Henne mit Beinbruch, stirbt nach dem Tierarztbesuch
1 Henne mit Beinbruch - wird operiert
1 unterentwickelte, lahmende Henne
1 dünne, dehydrierte Henne

30. Dezember
 
Anruf Bodenhaltungsbetrieb Nord: Wir holen und versorgen 1 Tier.

1 Henne mit schwerer Atemnot - wird umgehend beim Tierarzt als Notfall versorgt und mit Cortison vor dem Ersticken gerettet.

 

Zeitgleich zu diesen reinen “Rettungsaktivitäten” finden natürlich ständig Tierarztfahrten, Transporte bestimmter Tiere zu bestimmten spezialisierten Kliniken für besondere OPs, Fahrketten zum Verteilen und Umverteilen der verletzten Tiere auf die geeigneten Pflegestellen, die ständige Versorgung der vielen Pflegetiere, die Vermittlung der genesenen Pflegis in Endstellen, die Betreuung der Adoptant*innen -insbesondere direkt nach der Übernahme bei Fragen zur Eingliederung usw.-, die Bearbeitung neuer Anfragen, Vorkontrollen, Nachkontrollen und vieles vieles mehr statt.
 
Unser Team - bestehend aus rund 40 Vermittler*innen und den zugehörigen Helferteams hat im Jahr 2020 über 5000 Kontaktformulare/Anfragen von interessierten Adoptant*innen bearbeitet. Daraus haben sich rund 3000 erfolgreiche Vermittlungen und somit die Rettung der 14.869 Tiere diesen Jahres ergeben.
 
Jeder Platz für unsere Tiere wird gut geprüft, über jedes Tier führen wir Buch, wir begleiten unsere Tiere und stehen allen Adoptant*innen mit Rat und Hilfe zur Seite.
Fast jedes Wochenende ist gefüllt von einer oder mehreren Rettungen, die Wohnzimmer und Gärten unseres Teams mit Pflegestationen für verletzte und geschwächte Tiere, die Feierabende mit Tierarztfahrten und der Versorgung von Tieren und die Herzen mit Liebe und Fürsorge.

 

 

Pflegistation für viele der operierten Beinbruchhennen bei unserer Gaby.

 

 

 

Pflegibelagerung des Home Offices unserer Susanne.

Das alles ist nur mit Menschen möglich, die 100%ig zuverlässig, teamfähig und hilfsbereit sind und die voller Tatkraft, aus größter Tierliebe, Überzeugung und tiefstem Herzen heraus handeln.
Wir sind dankbar, dass unser bestes Team der Welt aus genau solchen Menschen besteht! Nur so wird das alles möglich!

 
An dieser Stelle möchten wir ganz besonders großen Dank an unser Team im Norden schicken - insbesondere an
Anja M., Antin, Susanne, Dani, Knud und Meike J. - die JEDEN Tag bereitstehen und es innerhalb kürzester Zeit möglich machen, die meist schwer verletzten Tiere aus dem Betrieb “Nord” abzuholen, zum Tierarzt zu bringen und erstzuversorgen!
Ebenso möchten wir unserer
Steffi F. danken, die ohne viel Aufhebens und mit größter Zuverlässigkeit seit Monaten die Zehenkannibalismusopfer des Westerwaldbetriebs abholt und versorgt!
Ihr seid unglaublich!!

 

Herzlichen Dank auch an all unsere Hühnerpulli- und Traumarollen-Näher*innen!
Durch sie wurden über 2000 Pullis und über 90 Traumarollen angefertigt, die unseren geretteten Hennen Wärme und Halt geben!
 
Herzlichen Dank auch an unsere
(Hahnen)-Pflegestelle in Landau in der Pfalz! Im Jahr 2020 konnten wir hier neben 130 Hennen auch über 20 Hähne vorübergehend gut und sicher unterbringen, die wir als Fundhähne aufgegriffen/ eingefangen, aus katastrophalen Haltungen herausgeholt oder aus anderen Notsituationen gerettet haben. Die “spontane” Unterbringung von Hähnen bis zur Vermittlung an einen geeigneten Platz ist sehr schwierig und umso wertvoller ist diese Pflegestelle für uns! Herzlichen Dank lieber Beni, für deine immerbereite, engagierte Hilfe für unsere “Jungs” !
 
Einen besonderen, lieben Dank wollen wir in diesem Jahr auch an
Tierärztin Nannette Welk aus Elz und Tierarzt Dr. Marko Legler von der Tierärztlichen Hochschule Hannover senden! Nannette hilft uns an Rettungstagen als Tierärztin direkt vor Ort so zuverlässig und hat insbesondere in diesem Jahr geradezu am laufenden Band Zehen unserer kleinen Patientinnen amputiert! Marko Legler stand an vielen Wochenenden auch weit nach Feierabend und bis in die Nächte hinein für unsere Hennen bereit, um die schwersten Fälle direkt zu versorgen, viele -auch komplizierte- Beinbrüche zu operieren und auch Hennen mit schlimmen Schichteiern und schlechten Prognosen zu operieren und zurück ins Leben zu holen! Vielen Dank dafür!!!

 

Ebenso möchten wir allen Menschen danken, die uns durch Patenschaften, Fördermitgliedschaften oder Geldspenden unterstützt haben und unsere Rettungen und die tierärztliche Betreuung unserer Tiere möglich machen!
 
Nicht zuletzt danken wir unseren
Adoptant*innen!
Den vielen lieben Menschen, die ihre Herzen für ehemals rechtlose, im mörderischen, versklavenden Tierausbeutungssystem verlorene Tiere öffnen und sie zu geliebten, wertgeschätzten und beschützten Tieren machen!

Mit euch zusammen wollen wir glücklich zurück auf
alle im Jahr 2020 geretteten Tiere und
zuversichtlich und hoffnungsfroh ins neue Jahr 2021 schauen!

 
Die nächste große Rettung steht schon im Februar 2021 bevor und gemeinsam werden wir wieder vielen Tieren helfen können!

Dankbare Grüße!
 
Euer Team von

Rettet das Huhn e.V.

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Letzte Änderung:
Fr, 21..01.2022
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