WIR RETTEN LEGEHENNEN AUS MASSENTIERHALTUNG - RETTET DAS HUHN E.V.
WIR RETTEN LEGEHENNEN AUS MASSENTIERHALTUNG - RETTET DAS HUHN E.V.

VERLUSTE

 
Mit einem Bild unserer glücklichen Miss 2000 beginnen wir unseren heutigen Bericht.
 
Sie ist das 2000. gerettete Huhn aus unserer Junghennenrettungs-schleuse und wir sind glücklich
und dankbar, dass wir mit Eurer finanziellen Unterstützung diese Schleusen in mehreren Betrieben offenhalten und alle Tiere, die uns gemeldet werden, unverzüglich abholen, tierärztlich versorgen lassen und in die Freiheit bringen können!
 
In mehreren Bodenhaltungsbetrieben mit 5.000, 40.000 und über 100.000 Legehennen und einem Freilandbetrieb mit 2500 Hennen haben wir Kontakt zu dort arbeitenden Personen, die auf den täglichen Kontrollgängen die „Verluste“, den „Ausschuss“ heraussammeln und uns übergeben. Es sind Tiere, die im laufenden Betrieb den lebensfeindlichen Bedingungen in der Anlage nicht mehr standhalten und dort normalerweise ohne jede Hilfe im Dreck, auf den Gittern, unter den Füßen ihrer mitgefangenen Artgenossinnen qualvoll und oft langsam sterben würden, oder im besten Fall von den Angestellten aus der Anlage gesammelt und getötet werden würden. 
Diese einkalkulierte „Verlustrate“ liegt in Deutschland bei durchschnittlich 12%.
 
12% aller 45 Millionen Legehennen überleben die vorgesehene Lege- und ihnen somit zugestandene „Lebens“zeit von 12 Monaten im Legebetrieb nicht und sterben schon vor dem Abtransport zum Schlachthof.

„Verlustrate“ ist so ein Wort hinter dem sich die verantwortlichen Politiker*innen, die tierausbeutenden Industriellen und Landwirte und auch die verdrängenden Verbraucher*innen verstecken können. Ein Wort, das so schön versachlichend uns weißmachen will, dass es sich hier um einen unabdingbaren, völlig normalen Tatbestand handelt. Verluste eben - die es immer gibt, die einkalkuliert werden, über die nachzudenken nicht nötig ist.
Ist es unabdingbar, ist es normal und ist kein Gedanke darüber nötig, dass 12% junger Tiere sterben? 12 % junger Tiere, die in „Obhut“ und zum Nutzen des Menschen leben, in Anlagen, die extra für ihre „Haltung von studierten Ingenieur*innen entwickelt wurden, und unter Bedingungen, die von gewählten Politiker*innen unter Berücksichtigung eines sogenannten Tierschutzgesetzes festgelegt und somit legalisiert sind ?!?
 
12% von 45 Millionen Legehennen in Deutschland:
Das sind 5,4 Millionen.
14.794 junge Tiere AN JEDEM EINZELNEN VERDAMMTEN TAG!

Diese Tiere sterben nicht an Altersschwäche, sie fallen nicht sang- und klanglos sterbend um, sie gehen nicht einfach „verloren“ oder lösen sich in Luft auf! Sie sterben qualvoll und langsam und ihnen wird keinerlei Hilfe, Linderung oder medizinische Versorgung gewährt!
 
Sie sterben an entzündeten Wunden und offenen Knochenbrüchen, die sie sich durch unzählige Gefahrenquellen in den Hallen aus metallenen Gitteretagen, automatischen Futter- und Kotförderbändern, Metalltüren, automatisch hochklappenden Massenlegenestern usw. zuziehen. Sie brechen sich Beine, Beckenknochen, Wirbel und verhungern oder verdursten, wenn sie mit diesen Verletzungen nicht mehr an Futter und Wasser gelangen.

Sie sterben mit zerrissenen, zerpickten, entzündeten Kloaken, durch die sie bis zum letzten Moment noch der Menschen hochgelobte Frühstückseier pressen müssen.

Sie sterben nach wochenlanger Krankheit an Entzündungen in ihren völlig überzüchteten Legeorganen, an Schichteiern und Vereiterungen, die sich in ihren Bäuchen ansammeln.

Sie sterben an Kannibalismuswunden und werden von anderen Hennen zu Tode gepickt, wenn sie mit Füßen, Beinen oder Flügeln in Gittern oder Drähten hängenbleiben und nicht entkommen können.

Sie sterben an Schwäche und Unterernährung, wenn sie sich in der grausamen Enge verängstigt und verstört auf die unterste Ebene zurückziehen, in denen es keinen Zugang zu Futter und Wasser gibt.

Miss 2000 wäre ein „Verlust“ gewesen. In irgendeinem Spalt, einer Metallspange, Öse, Aufhängung, Befestigung oder ähnlichem hängengeblieben, den Bauch voller Hämatome, das Bein verletzt, gezerrt, nicht mehr belastbar, Futter und Wasser somit schwer zu erreichen, den Schnäbeln ihrer verzweifelten Schwestern ausgeliefert, die Kloake überdehnt und mit ständigem Harnausfluss… So hätte sie noch ein paar Tage oder Wochen überlebt, ehe sie dann an Schwäche und Dehydrierung gestorben wäre.

Peppermint wäre ein Verlust gewesen. Mit der tiefen Kannibalismuswunde am Schwanzansatz und an der Kloake hätte sie sich vielleicht noch ein paar Stunden, vielleicht noch einen Tag an ihrem kleinen Leben halten können. Immer weiter, immer tiefer hacken die anderen Hennen in ihrer Verzweiflung in der grausamen Enge der Hallen auf verletzte Tiere ein, und wenn erst einmal Blut fließt, gibt es kaum noch ein Halten.

Snow wäre ein Verlust gewesen. Mit hochgradig entzündetem Legedarm und einem fast kiloschweren Schichtei in ihrem Bauch hätte ihr Martyrium vermutlich noch mehrere Tage gedauert, bis sie schließlich an schwerer Entzündung gestorben oder einfach verhungert wäre.
Socke wäre ein Verlust gewesen. Die Zehen ihres linken Fußes wurden eingeklemmt -vielleicht in den automatisch hochklappenden Legenestern, im Kotförderband oder in irgendeinem Metallgitter – die Gefahrenquellen in einer Bodenhaltungsanlage sind endlos.
Ein paar Tage, vielleicht Wochen hätte sie mit dem offenen Bruch in der Anlage überlebt, bis sie schließlich an der aufsteigenden Entzündung im Knochen, einer Sepsis oder schlichtweg an Entkräftung gestorben wäre.
2292 solcher „Verluste“ konnten wir von Anfang 2019 bis heute übernehmen, ihre Schmerzen lindern, ihre Wunden und Brüche versorgen, ihre Schichteibäuche operieren und ihre Kloaken ausheilen lassen, sie aufpäppeln und ihnen die Sonne und Liebe zeigen.
Die meisten von ihnen konnten genesen und in ein glückliches, echtes Hühnerleben finden. Beschützt, behütet und für immer vor Ausbeutung sicher.
Denen, die wir nicht mehr retten konnten, konnten wir meist wenigstens die Schmerzen etwas lindern, ihnen für kurze Zeit Ruhe und Liebe schenken und sie wenigstens einmal in ihrem Leben die Sonne fühlen lassen.

Im Juli 2022 haben wir 130 "Verluste" aufgenommen und tierärztlich versorgen lassen und auch jetzt in den ersten Augusttagen geht es in gleichem Tempo weiter.
Unsere Pflegestellen sind am Anschlag und unsere Kosten immens. Wir sind daher immer dankbar und erleichtert über finanzielle und tatkräftige Unterstützung!

So kannst du helfen:
 
Unterstütze unsere Rettungsschleuse durch eine Spende auf betterplace!
Deine Spende hilft uns, die Tierarztkosten für die Tiere zu tragen.

Unterstütze unser Team als Pflegestelle für verletzte Hühner! 
Wenn Du im Großraum Hamburg, Hannover oder Magdeburg als Pflegestelle für verletzte/ kranke Hühner helfen kannst, wende dich bitte per Mail an
Unterstütze unser Team als Fahrer*in für verletzte Hühner!
Wenn Du im Großraum Hamburg - Hannover- Magdeburg Abholungen und Tierarztfahrten insbesondere an Werktagen übernehmen kannst,
wende dich bitte per Mail an
team-hamburg@rettetdashuhn.de (HH),
julia@rettetdashuhn.de (Hannover),
info@rettetdashuhn.de (Magdeburg). 
Voraussetzungen ist die Nutzung von Whatsapp.
Anders ist die meist komplizierte und spontane Organisation von Rettungen,
Fahrketten und Tierarztbesuchen nicht möglich.

Schenke gesund gepflegten Hennen aus unserer Schleuse ein Zuhause!
Wenn du gesund gepflegte Hennen aus unserer Schleuse aufnehmen möchtest,
fülle bitte das Kontaktformular unserer Ansprechpartner*innen aus.

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Hilf uns aufzuklären und Menschen zu zeigen, welches unvorstellbares Leid
hinter den Mauern der Legehennenbetriebe stattfindet.

Tierliebe Grüße!
Euer Team von

Rettet das Huhn e.V.

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Letzte Änderung:
Sa, 17.09.2022
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